Intel beliefert weiterhin Huawei, AMD protestiert erfolglos
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Intel beliefert weiterhin Huawei, AMD protestiert erfolglos

Intel erhielt noch unter Präsident Trump eine Sonderlizenz, um Huawei mit Prozessoren zu beliefern. AMD kämpft seither erfolglos darum, selber eine Lizenz zu erhalten oder selbige von Intel zu widerrufen.
14. März 2024

     

Huawei ist von den USA stark sanktioniert und darf nur sehr eingeschränkt beliefert werden – unter anderem von Intel. Das Unternehmen hat kurz vor Ende der Trump-Ära eine Sondergenehmigung für den Export an Huawei vom US-Handelsministerium erhalten. AMD beantragte eine solche ebenfalls, allerdings erfolglos. Aus diesem Grund versuchte AMD, Intel die Lizenz wieder zu entziehen, scheiterte jedoch bei diesem Vorhaben, wie "Reuters" mit Verweis auf interne Quellen berichtet. AMD argumentierte verständlicherweise, dass eine willkürliche Lizenzvergabe unfair sei und entfachte die Diskussion über die Sanktionierungen erneut.

Der republikanische Senator Marco Rubio etwa forderte die Regierung Biden auf, Intels Lizenz für den Verkauf an Huawei sofort zu widerrufen. Kein amerikanisches Unternehmen, das vom Handelsministerium (also folglich vom Steuerzahler) finanziert werde, um die Chip-Produktion in den USA zu fördern, sollte gleichzeitig chinesische Innovation vorantreiben, sagte er. Wie "Reuters" weiter ausführt, sind die Gründe, weshalb Intel eine Lizenz erhielt und AMD nicht, nicht transparent ersichtlich. Alle betroffenen Akteure lehnten eine Stellungnahme ab. Lediglich die chinesische Botschaft in den USA bezeichnete die undurchsichtigen Lizenzvergaben als "wirtschaftliche Schikane".


Für AMD hat der Entscheid des Handelsministerium drastische Folgen. Der Anteil der Verkäufe von Huawei-Laptops mit AMD-Chips sank von 47,1 % im Jahr 2020 auf 9,3 % im ersten Halbjahr 2023. Im selben Zeitraum stieg Intels Anteil an den Verkäufen von Huawei-Laptops, die entsprechende Chips enthalten, von 52,9 % auf 90,7 %. "Reuters" hält fest, dass es unklar sei, wie lange Intel seine Lizenz noch behalten könne. Pläne, dem Unternehmen die Lizenz zu entziehen, bestünden bereits seit 2022, wurden jedoch nie umgesetzt. (dok)


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