Der Arbeitsame: Wilhelm Petersmann, Managing Director Schweiz und Österreich, Fujitsu

Der Arbeitsame: Wilhelm Petersmann, Managing Director Schweiz und Österreich, Fujitsu

(Quelle: zVg)
Artikel erschienen in Swiss IT Reseller 2022/01 – Seite 1
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29. Januar 2022 - Seit zehn Jahren leitet Wilhelm Petersmann die Geschicke von Fujitsu in der Schweiz, seit deren fünf ist er auch für das Geschäft in Österreich verantwortlich. Er arbeitet viel, aber auch sehr gern. Das Wort «Langeweile» kennt er nur vom Hörensagen.
Wenn man mit Wilhelm Petersmann über seinen Job spricht, wird man das Gefühl nicht los, dass seine Tage weit mehr als 24 Stunden lang sein müssten. Dem heute 63-jährigen Petersmann obliegt nebst der Verantwortung für das Schweizer Geschäft seit 2016 auch die Leitung von Fujitsu in Österreich, darüber hinaus ist er Head of Financial Services für die Region CEE.

Work Family Balance
«Ich muss es gestehen, und das sieht auch meine Familie so: Ich arbeite sehr gern und ich arbeite viel», gibt Petersmann unumwunden zu. Stress empfindet er dabei ­jedoch nicht: «Es ist sozusagen positiver Stress, weil ich meinen Job ja gerne ­mache. Voraussetzung ist, dass die Familie dabei mitzieht. Als wir geheiratet haben, waren meine Ehefrau und ich beruflich schon sehr engagiert. Auch deshalb hat sie für meine Situation sehr viel Verständnis.» Kennengelernt haben sich die beiden in Österreich. «Nach dem Ende meiner ersten Ehe besuchte ich meine Grosseltern in meiner ursprünglichen Heimat, und dort traf ich meine heutige Frau. Wir wohnten in unserer Kindheit Tür an Tür. Bei diesem Besuch hat die Liebe plötzlich eingeschlagen wie ein Blitz», sagt Petersmann.
Seit 1987 sind die beiden verheiratet. Ihr Geheimnis? «Auch zwischen uns gibt es immer wieder mal Reibungen, und das ist in einer so langen Beziehung, die noch lebendig ist, auch wichtig. Dazu gehören ein gewisser natürlicher Respekt zum Partner, Empathie und ein kritischer Umgang miteinander, um zulassen zu können, dass man sich weiterentwickelt. Ebenso wichtig ist ein aktiver Austausch. Meine Frau und ich kochen beispielsweise sehr gerne, und das anschliessende Essen bietet uns eine gute Gelegenheit, in Ruhe zu kommunizieren und am Leben des anderen teilzuhaben. Auch wenn wir in ein Restaurant essen gehen, haben wir uns immer etwas zu erzählen.»
Für Wilhelm Petersmann ist die Familie enorm wichtig: «Ich bin ein ausgesprochener Familienmensch und schaue, dass ich möglichst viel der wenigen Freizeit, die ich habe, mit meiner Familie verbringe. Kürzlich haben meine Söhne mir ein wunderschönes Kompliment gemacht und gesagt, dass ich, obwohl ich immer viel gearbeitet habe, immer für sie da war.» Überhaupt ist Empathie für Petersmann sowohl in seinem Privatleben als auch im Job zentral: «Ich bin gewiss sehr leistungsorientiert, aber ich verlange von meinen Mitarbeitenden nichts, das ich nicht selbst zu leisten bereit bin.» Sein Ehrgeiz stellte ihn auch schon auf die Probe: «Wenn ich geschäftlich unterwegs bin, verschicke ich manchmal auch noch spätabends E-Mails an meine Mitarbeitenden. Als einzelne dann irgendwann begannen, mir selbst nach Mitternacht noch zu antworten, musste ich erkennen, dass ich mit meinem Verhalten ein falsches Signal sende. Ich habe das dann meinen Mitarbeitenden gegenüber thematisiert und erklärt, dass sich niemand genötigt fühlen muss, mir ausserhalb der Arbeitszeiten zu antworten, nur weil ich dann noch wach bin.»

Abbruch und Aufbruch

Vor seinem Wechsel zu Fujitsu war Wilhelm ­Petersmann unter anderem in führenden Positionen bei SAS, CSC, SAP und IBM tätig. Sein Weg in die IT war jedoch nicht geradlinig. Er begann nach der Matura zunächst ein Studium der Rechtswissenschaften. Doch ein Nebenjob änderte alles. Bei Rediffusion durfte Petersmann die Rechtsabteilung leiten. «Mir unterstand das gesamte Debitoren­wesen. Damals kam ich immer wieder am Rechenzentrum vorbei, das sich im vierten Stock des Gebäudes befand, blieb vor der verschlossenen Glas­türe stehen und schaute gebannt den drehenden Bandlaufwerken zu. Es war aber weniger die Technologie an sich, die mich faszinierte, sondern vielmehr die Frage, wie Benutzerbedürfnisse mittels IT bedient werden können.»

So ergriff er die Möglichkeit, intern in die IT zu wechseln. Sein Jurastudium brach er ab. «In der IT durchlief ich ein Ausbildungsprogramm und wurde stellvertretender IT-Leiter. Daraufhin machte ich berufsbegleitend die Ausbildung zum Wirtschaftsinformatiker, weil ich mir beweisen wollte, dass ich in der Lage war, einen Abschluss zu erlangen», so Petersmann. In dieser beruflich ohnehin schon belastenden Zeit brach auch seine erste Ehe auseinander, die er während des Studiums eingegangen war. «Für mich eine sehr harte persönliche Erfahrung, die mich prägte.»
 
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