Offix: "Ich habe keine Über­raschung vorgefunden"

Offix: "Ich habe keine Über­raschung vorgefunden"

Artikel erschienen in Swiss IT Reseller 2018/12 – Seite 2
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Aber nehmen wir Ecomedia und Oridis als Beispiel. Beide vertreiben im Wesentlichen dasselbe Sortiment.
Das stimmt, allerdings tut Oridis das mit Fokus auf den Retail, während Ecomedia die übrigen Vertriebskanäle abdeckt. Wenn ich in einem Fluss fische, dann ist das etwas komplett anderes, als wenn ich auf einem See fische. Aus Sicht der Kundenorientierung macht das durchaus Sinn, denn der Retail hat völlig andere Anforderungen und Voraussetzungen als ein Grosshändler oder B2B-Kunde und muss darum auch anders angegangen werden. Ich will jedoch nicht abstreiten, dass es allenfalls Themen oder Überschneidungen gibt, die man für die Zukunft überprüfen wird.

Welche Themen könnten das sein?
Ich bin niemand, der nach zwei Monaten (Anm.d.R.: Das Interview wurde Anfang November geführt) im Job bereits das Gefühl hat, alles zu wissen und alles in Frage stellen zu müssen, das von kompetenten Mitarbeitern während der letzten Jahre gemacht wurde. Wir schauen uns die Situation gemeinsam an und beurteilen, ob sich die Entscheidungsgrundlagen verändert haben. Dann werden wir nötige Entscheide fällen, in welchen Bereichen man Dinge vielleicht in eine andere Richtung lenken muss. Es ist auch möglich, dass wir feststellen, dass der Status quo der beste Weg ist, heute und in Zukunft. Veränderung der Veränderung Willen ist nicht meine Art als Manager. Ich muss nicht auf Biegen und Brechen die Dinge anders machen.
Sie haben es eingangs erwähnt; Die Branche ist keine einfache. Wo sehen Sie denn die grossen Herausforderungen – insbesondere für Ecomedia und Oridis?
Die Herausforderungen unserer Firmen erkennt man am besten, wenn man sich die Herausforderungen bei unseren Kunden anschaut. Die Entwicklung im Retail-Geschäft betrifft automatisch auch uns. Und das Tinten-, Toner- und Supplies-Geschäft, das nun mal ein Commodity-Business ist, hat naturgemäss die Herausforderung, dass man als Disti Mehrwert weit über das Produkt hinaus bieten muss, um seine Daseinsberechtigung zu haben. Das Produkt kann ich als Kunde irgendwo einkaufen, also müssen wir in Dienstleistungen und allgemeinen Lösungen denken, die weit über die Produktverfügbarkeit hinaus gehen. Und gerade im Fall von Ecomedia/Oridis müssen wir uns Nichts vormachen: Das Geschäft mit Verbrauchsmaterial lebt davon, wie viele Drucker und Kopierer verkauft werden. Davon sind wir direkt abhängig, und sicher ist, dass wir uns hier nicht in einem Wachstumsmarkt bewegen.

Doch im Falle von Oridis können Sie ja auch nicht viel dagegen tun, wenn die Bedeutung des Retail-Geschäfts laufend abnimmt. Welche Massnahmen planen Sie?
Ich gehöre nicht zu jenen, die das Retail-Geschäft permanent auf dem Sterbebett sehen. Dann könnte ich ja gleich Selbstmord aus Angst vor dem Tod machen. Ich gehöre aber auch nicht zu den Realitätsverweigerern, welche nicht sehen wollen, welche Veränderungen die Digitalisierung und das veränderte Kaufverhalten mit sich bringen. Massnahmen sind viele eingeleitet. Ein Stichwort dabei ist der vernetzte Point of Sale (POS). Der POS, gerade wenn ich an eine kleinere Papeterie denke, hat gegenüber dem Onlinehandel einen gewaltigen Nachteil: Die Sortimentsbreite. Das ist aber nicht gottgewollt und anstatt den Kunden wieder nach Hause zu schicken, wo er seinen Bedarf online stillt, können wir unseren Retail-Partner mit einem vernetzen POS elegant und effizient vor Ort eine Lösung anbieten. Der Kunden soll nicht mehr hinter die Kasse treten und in einen AS/400-Bildschirm schauen müssen um zu sehen, was am POS alles bestellt werden kann. Wir wollen den POS mit kundenfreundlichen Big-Screen-Kiosksystemen vernetzen, an dem Kunden ihre Bestellung aufgeben und an der Kasse dann regulär bezahlen. Ihr Einkauf wird dann bequem gleich nach Hause geschickt. Ausserdem sehen wir für Oridis Wachstum durch noch mehr POS- und Merchandising-Services ganz einfach darum, weil im Retail immer mehr Personal abgebaut wird. Hier bieten wir tolle Lösungen an.

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