Microsoft: "Alle Schweizer Cloud-Partner werden gleich behandelt"

Microsoft: "Alle Schweizer Cloud-Partner werden gleich behandelt"

Artikel erschienen in Swiss IT Reseller 2019/10 – Seite 1
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5. Oktober 2019 - Ende August ist die Schweizer Microsoft-Cloud live gegangen. Primo Amrein, Cloud Lead bei Microsoft Schweiz, verrät im Interview, was die Dienste aus den hiesigen Rechenzentren kosten, was sie bringen und wie der Ausbau weitergehen soll.
Microsoft:
"Wir werden über kurz oder lang auch bestehende Schweizer Office-­365-Kunden in die Schweiz migrieren." Primo Amrein, Cloud Lead, Microsoft Schweiz (Quelle: Microsoft )
"Swiss IT Reseller": Im März 2018 wurde bekannt, dass Microsoft Datacenter in der Schweiz plant, Ende August 2019 nun wurden sie eröffnet. Wie intensiv war diese Zeit?
Primo Amrein: Die Zeit war sehr intensiv, aber auch spannend und bereichernd. Im Vorfeld der Ankündigung durften wir anhand eines Business Case die Bedürfnisse im Markt aufzeigen. Als wir grünes Licht für den Business Case erhalten und die Rechenzentren angekündigt haben, hat das für viel Aufruhr im Markt gesorgt und von Beginn weg eine grosse Nachfrage hervorgerufen, denn der Aspekt Datenhaltung Schweiz ist insbesondere in den regulierten Branchen ein riesiges Thema. Wir haben schon früh im Projekt intensiv auf die Partner fokussiert, sie informiert und Awareness geschaffen, und ich bin überzeugt, dass sich das nun auszahlt. Wir sind stolz, dass wir Ende August mit sehr vielen und spannenden Early Adoptern und Partnern live gehen durften.

Aber Sie mussten sich mit dem Projekt in Redmond quasi be­werben?
Das ist korrekt. Wir reden hier von einem dreistelligen Millionenbetrag, der bis anhin investiert wurde, und weitere Investitionen werden folgen. Es ist klar, dass es bei einem solchen Investment einen Business Case braucht.
Sie haben es angetönt – die Datenhaltung in der Schweiz ist eines der wesentlichen Argumente für die Schweizer Microsoft-Cloud. Gibt es weitere wesentliche Vorteile?
Nebst der Datenhaltung in der Schweiz, die wir übrigens vertraglich garantieren, gibt es vor allem einen weiteren wesentlichen Vorteil: die geringere Latenz. Offiziell gibt Microsoft keine Latenzzeiten bekannt, da die Latenz von vielen Faktoren in der Netzwerktopologie abhängig ist. Partner von uns haben allerdings Vergleichsmessungen durchgeführt, und uns von Verbesserungen um den Faktor fünf bis zehn im Vergleich mit Amsterdam und Dublin ­berichtet.

Microsoft startet mit Azure in der Schweizer Cloud, danach folgt Office 365. Können Sie etwas detaillierter ausführen, welche Dienste ab wann angeboten werden, wie also der Fahrplan ausschaut?
Der Roll-out, wie wir ihn heute sehen, ist sehr typisch für eine neue Microsoft-­Cloud-Region. Das hat mitunter auch technische Gründe, da gewisse Angebote gewisse Basisdienste voraussetzen. Den Start machen Azure-Infrastrukturservices. Gewisse PaaS-­Services wie Cosmos DB und Azure SQL sind ebenfalls vom Start weg verfügbar. In einer ersten Phase werden diese Azure-Services weiter ausgebaut, es folgen etwa Azure Kubernetes Services, Azure DB für MySQL und PostgreSQL, später kommen dann Azure Functions, Azure Red Hat Openshift und weitere Dienste. Die Roadmap für die einzelnen Dienste kann online übrigens detailliert eingesehen werden (siehe Kasten, Anm. d. R.). Etwas später folgen SaaS-Dienste wie Power BI und Office 365, wobei wir die ersten Office-365-Dienste – namentlich Exchange Online, Sharepoint Online und Onedrive for Business – in drei bis sechs Monaten mit Datenhaltung Schweiz anbieten werden. 2020 dann folgen als nächster Ausbauschritt Dynamics und Power Plattform.
 
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Kommentare

Montag, 11. November 2019 Juergen Egli
Die Bemühungen amerikanischer Cloudanbieter sind mit Vorsicht zu geniessen, vor allem mit dem untransparenten Cloud Act. Wir riskieren viel herzugeben, nur um auf die Cloud zu springen. Wir sollten eher echten Schweizer Cloudanbietern die Chance geben. Es gibt zahlreiche Alternativen in der Schweiz von Schweizer Unternehmen, sei es n'cloud.swiss, aber auch Procloud und Swisscom sowieso.

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