Noch einige offene Fragen zur Xerox-Teilung
Quelle: Smartec Services

Noch einige offene Fragen zur Xerox-Teilung

Xerox kopiert HP und spaltet sich in zwei Unternehmen. Für Kunden und Partner soll sich im laufenden Jahr nichts verändern. Smartec Services, einer der grössten Schweizer Partner, begrüsst den Schritt grundsätzlich.
6. März 2016

     

Der nächste Split in der IT-Branche steht vor der Tür. Nach HP teilt sich auch Xerox. Entstehen sollen zwei eigenständige und an der Börse gehandelte Unternehmen: Eine rund 11 Milliarden Dollar Umsatz schwere Dokumententechnologie-Firma sowie ein 7 Milliarden Dollar schwerer Business-Process-Outsourcing-Spezialist. Die Trennung soll bis Ende 2016 über die Bühne gehen, die definitiven Namen der beiden neuen Unternehmen wie auch die Führung will Xerox zu einem späteren Zeitpunkt bekannt geben.
Als Gründe für die Trennung nennt Xerox das Marktumfeld von heute, das eine höhere Agilität und Flexibilität als auch die Fähigkeit, dem schnellen Wandel der Kundenanforderungen mit Innovation und passender Technologie zu begegnen, sowie eine stärkere Fokussierung und höhere Effizienz bei betrieblichen Prozessen und Kapitalallokation verlange.

«Durch die Trennung der Geschäftszweige werden beide ihre Wettbewerbsposition stärken und bedeutende Chancen zur Wertschöpfung erschliessen», verspricht der Hersteller weiter.
Zusammen mit der Zweiteilung hat Xerox ausserdem ein strategisches Transformationsprogramm angekündigt, mit dem man in den kommenden drei Jahren in den beiden neuen Firmen bis zu 2,4 Milliarden Dollar sparen will. Bereits dieses Jahr erwartet man Einsparungen in der Höhe von 700 Millionen Dollar.


Vorerst keine Veränderungen

Was bedeutet die Trennung für die Kunden und Partner von Xerox? «Wir setzen alles daran, den Übergang unter Aufrechterhaltung der engen Beziehungen zu unseren Kunden und Partnern reibungslos zu gestalten», erklärt der Hersteller. Zudem heisst es, dass Xerox bis zum Abschluss des Spaltungsprozesses weiterhin als einheitliches Unternehmen operieren wird, und sich für Kunden und Mitarbeiter am gewohnten Geschäftsbetrieb nichts ändern soll.
Das bestätigt Nicolas Kucera, verantwortlich für Marketing Communications bei Xerox Schweiz. «Wir werden unsere Kunden weiterhin mit erstklassigen Technologien, Dienstleistungen und Angeboten beliefern. Das trifft auch auf unsere Partner zu.» Zudem geht man nicht davon aus, dass der Entscheid zur Aufteilung im laufenden Jahr einen Einfluss auf die Kundschaft in der Schweiz oder in einem anderen Land hat.


Partner im Ungewissen

Alles kein Problem, hört man also von Seiten des Herstellers. «Swiss IT Reseller» hat sich bei einigen Schweizer Xerox-Partnern aber trotzdem erkundigt, ob dem tatsächlich so ist. Viele von ihnen konnten oder wollten sich leider noch nicht zur Thematik äussern, da ihnen zum aktuellen Zeitpunkt die nötigen Informationen fehlen. Oder sie meinten, dass die Auswirkungen der Trennung sie als kleinere Partner vermutlich nicht tangieren werden.
Ein Schweizer Partner, an dem die Pläne von Xerox mit grosser Wahrscheinlichkeit aber nicht spurlos vorbei gehen werden, ist Smartec Services. Das Unternehmen ist im vergangenen Sommer aus den beiden langjährigen Xerox-Konzessionärspartnern Caps und Premierpartner entstanden und heute einer der bedeutendsten Schweizer Partner des Druckerspezialisten. Entsprechend hat sich Partner-CEO Jürg Keller bereits einige Gedanken gemacht. Trotzdem kann auch er noch nicht beurteilen, welchen Einfluss die Ankündigungen auf das Geschäft haben werden. «Unser Partnervertrag mit Xerox bezieht sich auf den Geschäftsbereich Technologie, also auf Systeme und Lösungen rund um das Arbeiten mit Dokumenten. In wieweit und mit welchen Folgen sich das angekündigte Sparprogramm auf diese Einheit auswirkt, ist schwer abzuschätzen.»


Smartec vermisst noch klare Strategie

Grundsätzlich begrüsst Keller aber die geplante Fokussierung auf die einzelnen Bereiche, obwohl laut ihm noch keine klare Strategie für den Bereich Technologie kommuniziert wurde. «Die Straffung der Organisation kann dann ein Vorteil sein, wenn dadurch die Entscheidungswege kürzer werden und das eingesparte Kapital in die Entwicklung neuer Produkte und die Stärkung der Marktposition fliessen», so der Partner CEO vom Smartec. Nachteilig könne sich derweil eine kurzfristig gewünschte Ertragssteigerung auf die Einkaufspreise der Fachhandelspartner auswirken. «Diese Option würde dann auf einen Verkauf oder Merger mit einem potenten Hersteller in dieser Geschäftseinheit hinweisen.»


Schliesslich teilt Keller noch mit, dass bis zum jetzigen Zeitpunkt keine wesentlichen Veränderungen festzustellen waren und dass der Umbau der europäischen Chanel-Organisation, insbesondere die Einführung einer DACH-Einheit, ja bereits vor der Bekanntgabe der Trennung angegangen wurde. Und wie die vielen anderen Schweizer Xerox-Partner wartet er nun ebenfalls gespannt auf weitere Informationen. «Der Verwaltungsrat von Xerox sowie interne Teams arbeiten aktiv am Teilungsprozess und wir werden unsere Partner laufend über die Fortschritte informieren», meint Nicolas Kucera von Xerox Schweiz dazu. (mv)



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