Manuel Grenacher - Der Entrepreneur
Quelle: Mila

Manuel Grenacher - Der Entrepreneur

Obwohl Manuel Grenacher trotz seiner erst 31 Jahre bereits zwei eigene Firmen aus dem Boden gestampft hat, hat er vom Aufbau von Start-ups noch lange nicht genug.

Artikel erschienen in Swiss IT Reseller 2013/06

     

Manuel Grenacher ist Unternehmer mit Leib und Seele. Wenn er von seinen Firmen und seinen Erfahrungen als Unternehmer erzählt, sprüht er vor Begeisterung und ist kaum zu bremsen. Besiegelt wurde das Unternehmer-Schicksal des studierten Informatikingenieurs bereits im jungen Alter von zwölf Jahren. «Damals habe ich von meinem Vater den ersten Computer geschenkt bekommen, und meine Leidenschaft hat angefangen», erinnert sich der heute 31-Jährige. Er habe diesen PC immer wieder auseinander genommen und zusammengebaut. «Das Tüfteln am Computer hat mich fasziniert, ebenso wie das Programmieren», so Grenacher. Bereits mit 14 Jahren hat er dann damit begonnen, für Kollegen und Kleinstunternehmen Software zu entwickeln und Computer zusammenzubauen. «Ich war ein ‹early Entrepreneur› und habe mir so während der Lehre zum Elektroniker am Wochenende etwas dazuverdient», berichtet Grenacher. Denn er sei in einfachen Verhältnissen aufgewachsen und musste sich alles – Ausgang, Ferien und später auch das Studium – selbst finanzieren. Heute weiss er: «Das hat mich geprägt, vor allem was das Verant­wortungsbewusstsein und die Selbständigkeit betrifft.»

Der Reiz des Risikos


2002 war in zweierlei Hinsicht ein besonderes Jahr für Grenacher. So nahm er zum einen nach dem Lehrabschluss das Studium zum Informatikingenieur in Angriff und liess zum anderen seinen Ein-Mann-Betrieb unter dem Namen Coresystems als Einzelfirma in das Handelsregister eintragen. Durch die Mitarbeit von Mitstudenten wurde Coresystems während des Studiums immer grösser, und Grenacher konnte zahlreiche Projekte ab­wickeln. «Das damit verdiente Geld hat dann gereicht, um direkt nach dem Studium im Jahr 2006 die Einzelfirma in die Coresystems AG umzuwandeln», erinnert sich der Familienvater.
Mittlerweile hat sich Core­systems etabliert und ist kein Start-up mehr. Für Grenacher Grund genug, sich mit dem Service-Marktplatz Mila an sein nächstes Projekt heranzuwagen. Denn wenn das Business von alleine laufe, sich selbst finanziere und profitabel sei, dann sei für ihn der Zeitpunkt gekommen, etwas Neues aufzubauen: «Als Entrepreneur reizt es mich, etwas zu machen, ohne dass man weiss, ob es funktioniert.» Dem Unternehmer macht die Nähe zum Risiko Spass, er braucht den Nervenkitzel, wie er selbst sagt. «Der Gedanke, dass ein Projekt scheitern könnte, motiviert mich jeden Morgen, aufzustehen und zu versuchen, Erfolg zu haben», erklärt er.
Woher diese Passion kommt, weiss Grenacher nicht. «Darauf habe ich keine plausible Antwort. Ich habe das Unternehmertum in mir drin. Ich denke, dass man Unternehmer ist oder nicht. Das kann man nicht lernen. Man braucht eine Leidenschaft in sich, die vergleichbar ist mit derjenigen eines Extremsportlers», führt er aus. «Ein Entrepreneur liebt Extremes. Er befindet sich häufig kurz vor dem Aufgeben und findet schliesslich doch immer wieder die Energie und den Mut, es zu packen. Das wichtigste sind Durchhaltewille und Bauchgefühl. Gerade am Anfang braucht es viel Schweiss.» Mila soll denn ob all der Leidenschaft auch nicht die letzte Firma sein, die Grenacher aufbaut. «Ich würde das gerne serien­mässig machen. Ich bin erst 31, ich habe noch viel vor.»

Firma auch in der Freizeit


Die Begeisterung für den Aufbau von Unternehmen ist so gross, dass für Grenacher die Firma gar zur Freizeit gehört. «Das klingt ein bisschen verrückt. Aber wenn man eine Leidenschaft hat, dann ist diese auch in der Freizeit vorhanden», erklärt er. Während er früher auch an den Wochenenden gearbeitet hat, so versucht er diese aber mittlerweile frei zu halten. Grund dafür ist sein anderthalb-jähriger Sohn – «er hält mich auf Trab und sorgt für Abwechslung.» So sind Grenachers Tage trotz eines durchschnittlichen Schlafpensums von lediglich vier bis fünf Stunden pro Nacht vollgepackt. Zeit für ein Hobby bleibt dabei nicht.
Zudem sei er auf die Unterstützung seiner Frau angewiesen, ist sich Grenacher bewusst. «Es gibt wohl nicht viele Frauen, die einen so machen lassen, wie es meine tut. Sie managt zuhause die Familie und ist selbständig. Sonst würde es nicht funktionieren», weiss er sich glücklich zu schätzen.

Vision für Zürich


Nebst dem Aufbau weiterer Start-ups träumt Grenacher davon, eines seiner Unternehmen an die Börse zu bringen. Zudem will er in Zukunft Zeit darin investieren, Zürich als Tech-Standort zu fördern. «Ich will mich dafür einsetzen, dass in der Region ein Tech-Start-up-Feeling entsteht, damit nicht alle nach Berlin und ins Silicon Valley abwandern.» Dabei nimmt er auch die Politiker in die Pflicht: «Die Politik muss nicht Unternehmen fördern, das ist nicht ihre Aufgabe. Aber es ist ihre Aufgabe, die passenden Rahmenbedingungen zu schaffen. Und was hierbei momentan abgeht, zum Beispiel mit der Ventilklausel, ist kontraproduktiv.»

Manuel Grenacher

Aufgewachsen ist Manuel Grenacher in Leibstadt, zusammen mit zwei Schwestern und einem Bruder. Sein Vater besass eine Schreinerei. Schreiner wäre denn auch ein alternativer Berufsweg für Grenacher gewesen. «Schreinerei hat mit Design zu tun, wie auch die Entwicklung von Software. Man überlegt sich, wie man etwas konstruiert.» Nach der Primar- und Bezirksschule hat es den heute 31-Jährigen dann aber in Richtung Zürich gezogen, wo er bei Studer Revox eine Lehre als Elektroniker absolvierte und gleichzeitig die Berufsmatura machte. Direkt nach der Lehre folgte das Studium als Informatikingenieur an der Fachhochschule Aargau in Windisch. Seit der Lehre ist Manuel Grenacher zudem als Unternehmer tätig und hat die beiden Firmen Coresystems und Mila gegründet. Der 31-Jährige ist verheiratet und Vater eines 18-monatigen Sohns. (abr)


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