Streit um Glasfasernetze Geschichte?

Die Schweizer Telekommunikationsdienstleister, Elektrizitätswerke und Kabelnetzbetreiber haben sich auf einheitliche Lösungen wie Multifaseranschlüsse mit offenen Standards oder identische Steckdosen geeinigt. Das soll einen echten Wettbewerb ermöglichen.
7. Oktober 2009

     

Diese Woche fand in Genf ein weiterer Runder Tisch zum Thema Schweizer Glasfasernetze statt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Die Telekom-Dienstleister, Elektrizitätswerke und Kabelnetzbetreiber sowie ComCom und Bakom können erstmals konkrete Resultate präsentieren. Diese zeigen, dass man sich nach langem hin und her nun doch auf gemeinsame, einheitliche Lösungen für Fiber-To-The-Home (FTTH) geeinigt hat.

Um den kostspieligen und aufwendigen parallelen Aufbau von Glasfasernetzen zu verhindern, werden von den Netzerstellern mehrere, mindestens vier Fasern bis ins Haus verlegt. Über diesen Multifaseranschluss mit einer offenen Schnittstelle, sollen alle Anbieter zu gleichen Bedingungen Zugang zu Kunden erhalten. Das gebe Konsumenten die Wahl und mache einen richtigen Wettbewerb möglich, heisst es vom Bakom. Technisch solle ein Anbieterwechsel so ohne Probleme möglich werden.

Weiter wurde im Rahmen des Runden Tisches beschlossen, dass alle Glasfasernetzbauer identische Hausinstallationen aufbauen werden. Das heisst, es werden in jedem Haushalt identische Steckdosen eingesetzt, was die Anbieterauswahl weiter erleichtert.

Noch sind ein paar Punkte offen, beispielsweise wie die Verträge zwischen Hauseigentümern und Glasfasernetzbetreiber aussehen sollen. Deshalb werden der Runde Tisch und zwei Arbeitsgruppen von ComCom und Bakom weitergeführt, um solche Fragen zu klären und andere Themen zu vertiefen.

Bei einem der grossen Glasfasernetzbauer, Swisscom, zeigte man sich im Rahmen der ITU Telecom World 2009 zufrieden über die Ergebnisse des neusten Runden Tisch. Wie Olaf Schulze, Mediensprecher von Swisscom mitteilt, sei man froh über die Wahl des Mehrfasermodells und glaubt, dass man nun auf einen sehr positiven Weg zu einer branchenweiten, einheitlichen Lösung sei. Allgemein denkt er, dass die Schweiz punkto Glasfaser im europäischen Vergleich schon sehr weit sei und so im internationalen Infrastrukturwettbewerb demnächst grosse Vorteile haben wird.




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