Der Schweizer Cybersecurity-Markt hat sich im dritten Quartal 2026 überdurchschnittlich stark entwickelt. Laut den Distributionszahlen des Marktforschungsunternehmens
Context stiegen die Umsätze mit IT-Sicherheitslösungen hierzulande gegenüber dem Vorjahresquartal um 20,1 Prozent. Damit lag die Schweiz deutlich über dem Wachstum in Deutschland, wo die Umsätze um 7,1 Prozent zulegten. Österreich verzeichnete gar einen Rückgang. Insgesamt legte der Cybersecurity-Markt in der DACH-Region um 7,4 Prozent zu. Noch stärker entwickelten sich wiederum andere Regionen. Während die Benelux-Staaten ein Wachstum von 37,9 Prozent und Nordeuropa von 26,3 Prozent erreichten, gingen die Umsätze in Mittel- und Osteuropa wiederum um 19 Prozent zurück.
Europaweit beobachten die Analysten zudem eine Verschiebung der Investitionsschwerpunkte. Besonders stark stiegen die Umsätze mit Lösungen für Compliance, Awareness und Mitarbeiterschulungen, die im EMEA-Raum um 75,9 Prozent zulegten. Identity- und Access-Management verzeichnete ein Plus von 33,7 Prozent. Die klassische Netzwerksicherheit legte dagegen lediglich um 5 Prozent zu, blieb mit einem Umsatzanteil von 51,8 Prozent aber das grösste Segment.
Neben der veränderten Nachfrage beobachten die Analysten neue Beschaffungsmuster. So waren die Distributionsumsätze mit Cloud-, Daten-, Endpoint- und E-Mail-Security rückläufig. Dies sei teilweise darauf zurückzuführen, dass Unternehmen zunehmend direkt bei Herstellern einkaufen oder umfassendere Managed-Service-Verträge abschliessen. Für Distributoren und Reseller sieht Context-Analyst Joe Turner jedoch insbesondere bei Compliance und Zugriffskontrollen neue Geschäftsmöglichkeiten. Unternehmen wollen demnach zunehmend nachweisen können, dass sie Cyberrisiken angemessen kontrollieren und regulatorische Anforderungen erfüllen.
(sta)