Die Hyperscaler könnten in den kommenden Jahren einen immer grösseren Teil des Geschäftes mit Cloud-Kapazitäten für KI-Anwendungen an Neocloud-Anbieter verlieren. Die Analysten von Gartner rechnen damit, dass sich Letztgenannte bis 2030 bereits 20 Prozent des 267 Milliarden US-Dollar schweren Marktes sichern werden.
Das rasante Wachstum von GenAI beschleunigt demnach Investitionen in lokalisierte, hochleistungsfähige Infrastruktur und deckt gleichzeitig die Grenzen traditioneller Cloud-Modelle auf. Neoclouds stellen auf diesem Feld die Dominanz der Hyperscaler in Frage, indem sie sich auf eine für KI optimierte Infrastruktur konzentrieren. Der Begriff Neocloud bezeichnet dabei Cloud-Anbieter, die speziell für KI und hochleistungsfähige Workloads konzipiert sind.
"Während US-amerikanische Hyperscaler ihre eigenen souveränen Angebote auf den Markt bringen, gewinnt eine neue Welle spezialisierter Neocloud-Anbieter deutlich an Bedeutung", sagte Enrique Castera, Senior Director Analyst bei
Gartner. "Diese Neoclouds zeichnen sich durch ihren Fokus auf KI-optimierte Infrastruktur und hochleistungsfähige Workloads aus." Sie könnten aber auch weitere Vorteile bieten. So würden beispielsweise souveräne Neoclouds vertragliche Garantien dafür bieten, dass bestimmte oder alle Aspekte der Cloud-Umgebung innerhalb nationaler Grenzen verbleiben, um sie vor ausländischen Rechtsansprüchen und extraterritorialem Zugriff zu schützen.
Castera ist vor diesem Hintergrund überzeugt: "Der KI-Cloud-Markt tritt in eine neue Phase ein, in der Datenhoheit, Leistung und Infrastrukturspezialisierung zu primären Entscheidungsfaktoren für Unternehmen werden." Da die Nachfrage nach GPU-intensiven Workloads zunehme und traditionelle Cloud-Modelle Mühe hätten, Schritt zu halten, würden die Voraussetzungen für eine neue Klasse von Anbietern entstehen, die speziell darauf ausgelegt sind, KI-Infrastruktur in grossem Massstab bereitzustellen.
(sta)