Bei der privaten Unternehmensbewertung hat
Anthropic OpenAI erstmals überholt. Nach einer Finanzierungsrunde über 65 Milliarden US-Dollar wurde der Claude-Anbieter mit 965 Milliarden US-Dollar bewertet, während OpenAI seine letzte Finanzierungsrunde im März mit einer Post-Money-Bewertung von 852 Milliarden US-Dollar abschloss.
Mit dieser Ausgangslage geht Anthropic nun in die Vorbereitung eines möglichen Börsengangs. Das Unternehmen bestätigte die vertrauliche Einreichung eines S-1-Entwurfs bei der US-Börsenaufsicht SEC. Der tatsächliche Börsengang hängt noch von der Marktlage und weiteren Faktoren ab, könnte laut "Wall Street Journal" (
Paywall) aber im Herbst erfolgen.
Der mögliche Börsengang fällt zusätzlich in eine Phase, in der mehrere grosse Tech-Unternehmen an die öffentlichen Märkte drängen. Neben Anthropic bereiten auch OpenAI und
SpaceX entsprechende Schritte vor ("IT Reseller"
berichtete). Banken sollen Anthropic und OpenAI im weiteren darauf hingewiesen haben, dass der erste grosse KI-Börsengang den Markt prägen und früh Zugang zu grossen Kapitalpools sichern könnte.
Ganz ohne Risiken geht Anthropic nicht in Richtung Börse. Das Unternehmen hatte zuletzt mit knappen Rechenkapazitäten zu kämpfen und schloss deshalb umfangreiche Infrastrukturverträge mit Hyperscalern ab. Dazu kommen hohe IT-Kosten auf Kundenseite und ein Rechtsstreit mit der US-Regierung.
(dow)