Schweizer ICT Branche verliert an Schwung
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Schweizer ICT Branche verliert an Schwung

Im zweiten Quartal 2026 ist der Swico ICT Index zurückgegangen. Die Schweizer ICT-Branche bleibt zwar im Wachstumsbereich, der Optimismus fällt nach dem starken Jahresstart aber spürbar geringer aus.
7. April 2026

   

Die Schweizer ICT-Branche zeigt sich im zweiten Quartal 2026 weiterhin wachstumsorientiert, büsst nach dem starken Jahresauftakt aber merklich an Dynamik ein. Der Swico ICT Index sinkt um 7,7 Punkte auf 106,2 Punkte. Damit bleibt der Wert zwar über der Wachstumsgrenze, fällt jedoch tiefer aus als noch im Vorquartal. Laut Swico belasten steigende Kosten, intensiver Wettbewerb und zunehmender Preisdruck die Unternehmen. Gleichzeitig verstärkt der anhaltende Einsatz von Künstlicher Intelligenz den Transformationsdruck.


"Zu den grössten Belastungen in allen Segmenten zählen der Margendruck und zurückhaltendere Entscheide auf Kundenseite", sagt Giancarlo Palmisani, Leiter Verbandsdienstleistungen bei Swico. "KI wird zunehmend zum strategischen Faktor, gleichzeitig fehlen vielerorts die nötigen Skills, um konkrete Use Cases und angepasste Geschäftsmodelle umzusetzen." Bei rückläufigen Personalbeständen bleibe zudem die Rekrutierung qualifizierter Fachkräfte schwierig. "Nicht die Anzahl der Bewerberinnen und Bewerber, sondern fehlende oder falsche Fähigkeiten sind momentan das Problem", ergänzt Palmisani.
Auch die einzelnen Segmente entwickeln sich unterschiedlich. Software übernimmt mit 110,4 Punkten neu die Spitzenposition innerhalb der ICT-Branche, verliert gegenüber dem Vorquartal aber 3,5 Punkte. Consulting sinkt um 5,7 Punkte auf 106,9 Punkte, IT-Services um 7,8 Punkte auf 105,7 Punkte. Beide Bereiche bleiben damit über der Wachstumsgrenze. IT-Technology verzeichnet mit minus 18,7 Punkten auf 97,7 Punkte den deutlichsten Rückgang und fällt unter die Marke von 100 Punkten. Positiv entwickelt sich dagegen Consumer Electronics, das um 3,4 Punkte auf 107,1 Punkte zulegt. Noch deutlicher fällt die Erholung im Bereich Imaging, Printing, Finishing aus, der nach dem starken Einbruch im Vorquartal um 38,4 Punkte auf 104,4 Punkte steigt und damit erstmals seit 2023 wieder die Wachstumsgrenze überschreitet.


"Die Branche wächst weiter, doch die Phase mit sehr starker Dynamik scheint vorerst vorbei zu sein", so Palmisani mit Blick auf die kommenden Quartale. Entscheidend werde nun sein, wie rasch und effizient die Unternehmen KI-Kompetenzen aufbauen, Margen stabilisieren und ihre Geschäftsmodelle weiterentwickeln. Die kommenden Quartale müssten zeigen, wie resilient sich die Branche in dem aktuellen Umfeld behaupten kann. (dow)




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