«Jeder Arbeitgeber ist verpflichtet, zum Schutz der Gesundheit der Arbeitnehmer alle Massnahmen zu treffen, die nach der Erfahrung notwendig, nach dem Stand der Technik anwendbar und den gegebenen Verhältnissen entsprechend angemessen sind.» So steht es im Arbeitsgesetz. Die Verordnungen zum Arbeitsgesetz (ArGV3) und die Verordnung über die Unfallverhütung (VUV) definieren die Anforderungen sehr konkret.
Seit dem Jahr 2000 liegt die Beweislast bei den Betrieben. Sie müssen dokumentieren, wie sie ihre Sicherheitsorganisation aufbauen und welche Massnahmen sie umsetzen. Kontrollen führen die kantonalen Arbeitsinspektorate durch. Betriebe mit besonderen Gefährdungen müssen sogar zwingend einen Spezialisten der Arbeitssicherheit (ASA) beiziehen.
Doch selbst Betriebe ohne besondere Gefährdungen stehen vor der Frage: Wie organisieren wir Arbeitssicherheit effizient? Und wie dokumentieren wir sie rechtskonform?
Was Mitarbeitende erwarten
Parallel zu den gesetzlichen Anforderungen haben sich die Erwartungen der Arbeitnehmenden gewandelt: Sie erwarten Wertschätzung – auch in Form von Investitionen in ihre Gesundheit. Das können Sportangebote sein, ergonomische Arbeitsplätze, Unterstützung bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie oder schlicht eine offene Gesprächskultur, wenn es jemandem nicht gut geht.
Dazu gehört auch ein funktionierendes Absenzen-Management: Wird wahrgenommen, wenn jemand fehlt? Wird das Gespräch gesucht? Unternehmen, die hier aktiv werden, profitieren mehrfach: Gesunde, motivierte Teams sind produktiver. Die Fluktuation sinkt. Die Arbeitgebermarke wird gestärkt – auf Bewertungsportalen und im direkten Austausch unter Fachkräften.
Die Herausforderung für KMU
Doch wie können Sie diese Anforderungen effizient umsetzen? Einen internen Arbeitssicherheitsexperten einzustellen, ist meist keine Option, und externe Einzellösungen anzukaufen, führt schnell zu Wildwuchs in der Dokumentation. Hier setzen Branchenlösungen an:
Die Swico-Branchenlösung für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz (ASGS) ist von der Eidgenössischen Koordinationskommission für Arbeitssicherheit (EKAS) zertifiziert. Das bedeutet: Unternehmen, die sie vollumfänglich umsetzen, erfüllen die gesetzlichen Anforderungen gemäss EKAS-Richtlinie 6508. Das System bietet mehrere Vorteile:
Rechtssicherheit durch Zertifizierung: Die Lösung ist speziell auf die ICT-Branche zugeschnitten und wird laufend aktualisiert. Betriebe sind damit auf dem neuesten Stand der gesetzlichen Anforderungen.
Zugang zu Fachleuten: Mitgliedbetriebe haben jederzeit Zugriff auf einen Pool von Arbeitsmedizinern, Arbeitshygienikern, Sicherheitsingenieuren und mehr.
Effiziente Dokumentation: Checklisten, Vorlagen und elektronische Workflows sorgen dafür, dass nichts vergessen geht. Die Dokumentation ist jederzeit abrufbar – etwa für Kontrollen durch das Arbeitsinspektorat.
Branchenspezifisches Know-how: In jährlichen Erfahrungsaustauschen vernetzen sich die Mitgliedbetriebe, lernen voneinander und bleiben über neue Entwicklungen informiert.
Gesundheitsförderung inklusive: Die Branchenlösung geht über die gesetzlichen Anforderungen hinaus und unterstützt Betriebe auch im Bereich der Gesundheitsförderung.
Mehr als Compliance
Wer Arbeitssicherheit als lästige Pflicht betrachtet, verpasst eine Chance: Mitarbeitende, die spüren, dass ihr Arbeitgeber in ihre Gesundheit investiert, entwickeln eine andere Bindung zum Betrieb. Sie bleiben länger. Sie sind seltener krank. Sie empfehlen das Unternehmen weiter.
Gleichzeitig sinken die Kosten: Weniger Unfälle bedeuten weniger Ausfälle. Niedrigere Absenzquoten entlasten die Teams. Stabile Versicherungsprämien schonen das Budget.
Die Swico-Branchenlösung bietet KMU einen pragmatischen Weg, um beide Ziele zu erreichen.
Die Autorin
Quelle: Swico
Jennifer Heise ist seit September 2024 Leiterin der Swico-Branchenlösung für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz (ASGS). Als Spezialistin für ASGS unterstützt sie Mitglieder von
Swico bei der effizienten Umsetzung gesetzlicher Anforderungen und dem Aufbau gesundheitsfördernder Arbeitsumgebungen.