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Swiss Proximity Tracing App

Ein Blick hinter die Kulissen

Ein Blick hinter die Kulissen

(Quelle: Swico)
Artikel erschienen in Swiss IT Reseller 2020/06 – Seite 1
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6. Juni 2020 - Ubique arbeitet zusammen mit BAG, BIT, NCSC, der ETH Zürich und der EPF Lausanne an der Proximity-App, die dazu beitragen soll, eine zweite Coronawelle zu verhindern. Swico hat Ubique-CEO Mathias Wellig nach Details gefragt.
Im Zuge der Coronapandemie werden weltweit verschiedenste Apps für Proximity Tracing ent­wickelt und getestet. Das Ziel ist immer das gleiche: Menschen, die während rund 15 Minuten in nahem Kontakt mit einer infizierten Person standen, sollten möglichst schnell gefunden werden. Ihnen wird so lange Selbst-Quarantäne empfohlen, bis klar ist, dass sie sich nicht angesteckt haben. Einige Apps nutzen dafür Ortungsdienste und Data Mining, andere setzen auf Bluetooth, wobei hier Varianten mit zentraler oder dezentraler Datenspeicherung existieren. Mathias Wellig ist Geschäftsführer von Ubique und arbeitet seit einigen Wochen mit zehn bis 20 Leuten, darunter vier Frauen, an der App. Swico hat ihm ein paar Fragen gestellt.
Wieso setzt die Swiss PT-App auf Bluetooth? Was ist der Vorteil?
Mathias Wellig:
Der Hauptvorteil eines Bluetooth-­basierten Ansatzes gegenüber GPS ist, dass wir keine Positionsdaten von Nutzern erheben müssen, denn es reicht, wenn wir über Bluetooth die Kontakte registrieren. Und dieses Registrieren kann total anonymisiert durchgeführt werden. Mit der neuen Schnittstelle in Android und iOS dürften die Resultate noch besser werden – hierauf wird im Pilottest noch besonders geachtet.

Es heisst, die App biete «Privacy by Design». Was heisst das konkret?
Die grundlegende Architektur des Proximity Tracing Frameworks ist so ausgelegt, dass sie Privatsphäre-schützend ist. Will heissen: Wir haben das System von Grund auf so entwickelt, dass man nicht einem Server oder anderen Beteiligten vertrauen muss, ob anfallende Daten weiterverwendet werden könnten. Denn mit dem dezentralen Ansatz stellen wir sicher, dass erst gar keine persönlichen Daten auf einem Server landen: Sämtliche Proximity-Daten werden nur lokal auf den jeweiligen Smartphones gespeichert und dort ausgewertet. Einzig die anonymen IDs von positiv getesteten Nutzern können auf einem Server gespeichert werden. Aber auch diese lassen keinen Rückschluss auf die Personen zu. Im Übrigen haben wir das Glück, mit Carmela Troncoso von der EPFL einen absoluten Crack in Sachen Privacy Preservance an Bord zu haben: Die Professorin ist die treibende Kraft hinter der kryptographischen Grundlage des Systems.

Damit die App funktioniert, muss ich neben Bluetooth auch die Ortungsdienste einschalten. Werden wir also doch überwacht?
Nein, die App greift nie auf Ihre Standort-Daten zurück. Bei Android-Geräten ist Bluetooth Low Energy an die Ortungsdienste gekoppelt und entsprechend müssen diese aktiviert sein. Aber alle Proximity-Tracing-relevanten Daten werden nur auf Ihrem Smartphone gespeichert, nämlich die anonymen IDs von Personen, die sich genügend lange in Ihrer Nähe befanden. Und die löschen sich automatisch nach drei Wochen.
 
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