Ein Miracle-Partner zum Thema Vertrauen

Ein Miracle-Partner zum Thema Vertrauen

Artikel erschienen in Swiss IT Reseller 2001/20 – Seite 1
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19. November 2001 - Die in Lichtenstein und UK ansässige Cepra Consulting hat als Miracle-Partner über ein Jahr an einer ASP-Lösung gearbeitet. Seit dem Crash setzt das Unternehmen auf IFS, eine schwedische ERP-Lösung. Hubert Queck (Bild), Verwaltungsrats-Präsident und CTO, ist heilfroh, sich nach dem ganzen Wirbel nicht auch noch für Mount10, sondern mit Unisys für eine bewährte Outsourcing-Grösse als Hosting-Partner entschieden zu haben.
Ein Miracle-Partner zum Thema Vertrauen
IT Reseller: Herr Queck, Cepra Consulting ist ein ehemaliger Miracle-Partner. Wie hat sich der Miracle-Crash auf das Unternehmen ausgewirkt?
Hubert Queck: Wir haben etwa ein Jahr lang daran gearbeitet, den Markt – insbesondere im ASP-Bereich – aufzubauen und konnten damals drei, vier grosse Angebote zusammen mit Miracle machen. Wir haben versucht, eine eigene Version auf die Beine zu stellen, die wirklich ASP-fähig ist. Zur Orbit 2000 hatten wir die Version betriebsbereit. Zu diesem Zeitpunkt war aber bereits klar, dass der Crash kommen wird. Wir haben deshalb versucht, die Änderungen, die für ASP notwendig waren, so weit wie möglich in die Investitionen zu retten. Wir haben alle Module so abgekoppelt, dass sie jederzeit mit XML wieder anwendbar sind. So konnten wir die Module schliesslich auf IFS portieren. Durch den Crash haben wir ca. eine halbe Million Franken an Dienstleistungs-Umsatz verloren.
ITR: Wussten sie zum Produktlaunch bereits, dass es Ihren Partner Miracle bald nicht mehr geben wird?
HQ: Wir haben kurz vor und während der Orbit 2000 geahnt, dass Miracle gravierende Schwierigkeiten sowohl mit dem Produkt als auch im finanziellen Bereich hat. Da Partnerschaft auch Loyalität bedeutet, haben wir trotzdem das Miracle-Lösungspaket angeboten.

ITR: Sie haben keine speziellen Produkte angeboten?

HQ: Nein. Wir bieten im ASP-Bereich keine speziellen Produktstrategien an. Es gibt im KMU-Bereich Unternehmen, die sich die IT-Struktur nicht leisten können oder wollen, trotzdem aber die Funktionalitäten wünschen, die einem grossen Unternehmen zur Verfügung stehen. Wir vermieten Applikationen, indem wir auf einer Vertragsbasis von 5 bis 7 Jahren die Implementierung, die gesamte IT-Infrastruktur und die Betreuung, das Training etc. in einem monatlich überschaubaren Rahmen pro User anbieten. Ich habe noch nie einen Kunden angetroffen, der gesagt hätte, IFS interessiere ihn nicht, er wolle SAP.
ITR: Wie sind Sie mit Kunden verfahren, denen Sie Miracle-Lösungen implementiert hatten? Wieviele Kunden waren das?
HQ: Wir hatten sechs Kunden auf Miracle, da läuft alles weiter wie gehabt. Allerdings haben wir niemals ERP-Funktionen von Miracle implementiert, sondern nur immer den Workflow-Bereich, also die Unternehmenskontrolle. Wir haben den Kern benutzt, aber wir wussten durch Untersuchungen von Anfang an, dass die Miracle-Lösung nicht konkurrenzfähig war. Wir wollten aber die Chance nutzen, ein Geschäftsmodell zu kreieren, mit dem man Prozesse Stück für Stück schlank machen kann und mit dem die Durchlaufzeiten kontrolliert werden können. Wir haben immer andere ERP-Module eingesetzt. Den Miracle-Kern setzen wir jetzt aus rechtlichen Gründen nicht mehr ein.
 
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