Cambium Networks meldet Insolvenz an
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Cambium Networks meldet Insolvenz an

Cambium Networks ist in Grossbritannien unter Insolvenzverwaltung gestellt worden. Rund die Hälfte der Belegschaft wurde offenbar entlassen. Wie es weitergehen soll, ist aktuell weitgehend unklar.
17. September 2026


Cambium Networks, 2011 gegründeter Hersteller von Netzwerk- und WLAN-Produkten und ein ehemaliger Geschäftsteil von Motorola Solutions, ist am 14. September 2026 unter Insolvenzverwaltung gestellt worden. Das Verfahren betrifft nach Angaben des Unternehmens ausschliesslich die britische Gesellschaft, die allerdings als wichtigste operative Einheit der Cambium-Gruppe fungiert. Wie aus einer Meldung der Muttergesellschaft Cambium Networks Corporation an die US-Börsenaufsicht SEC hervorgeht, hatte das Unternehmen bereits am 11. September weltweit 260 Mitarbeitende entlassen. Dies entspricht 53,6 Prozent der gesamten Belegschaft.

Als Gründe nennt Cambium schwierige Geschäftsbedingungen in den vergangenen Jahren. Insbesondere erhebliche Störungen der Lieferketten und gestiegene Kosten hätten das Unternehmen unter Druck gesetzt und zu Liquiditätsproblemen geführt. Die Insolvenzverwalter prüfen derzeit mehrere mögliche Transaktionen, mit denen zumindest Teile des Geschäfts fortgeführt werden könnten.


Für das Geschäft mit Fixed-Wireless-Broadband-Lösungen erwartet Cambium nach einer vergleichsweise kurzen Unterbrechung eine weitgehende Wiederaufnahme. Eingestellt wurde dagegen die Produktion von WLAN Access Points, NSE-Geräten und CNMatrix-Switches. Bereits produzierte Geräte befinden sich laut Mitteilung weiterhin bei Cambium, Distributoren oder auf dem Transportweg und können von den Distributoren nach eigenem Ermessen verkauft werden.
Offen ist zudem die längerfristige Zukunft der Cloud-Management-Plattform CNMaestro. Cambium beabsichtigt laut eigenen Angaben, CNMaestro Cloud mindestens bis zum 1. Oktober 2026 weiterzubetreiben und will Kunden und Partner in den kommenden Tagen über das weitere Vorgehen informieren.

Cambium ist auch im DACH-Raum aktiv. In der Schweiz führen unter anderem Allnet sowie EET Schweiz den Hersteller auf ihrer Website. Auf Linkedin schreibt ein Regional Sales Manager von Cambium für die DACH-Region, dass auch für ihn der 11. September der letzte Arbeitstag beim Unternehmen gewesen sei. Ein grosser Teil der Belegschaft sei entlassen und die Mitarbeiter-Accounts unmittelbar gesperrt worden. Wie es mit dem Enterprise-Geschäft weitergeht, wisse auch er derzeit nicht. Der deutsche Distributor 4Networks hat derweil ein Statement auf seiner Website aufgeschaltet und berichtet dabei von erheblichen Unsicherheiten im Channel. Cambium habe bislang keine verbindlichen Informationen geliefert, Support- und Vertriebskontakte seien nicht erreichbar. Für laufende Projekte will 4Networks Kunden soweit möglich aus dem eigenen Lagerbestand beliefern. Bei Neuprojekten empfiehlt der Distributor derzeit jedoch, Alternativen zu Cambium zu prüfen. (mw)


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