Schweizer Suchmaschine für IT-Dienstleister
Quelle: Skillbrowser

Schweizer Suchmaschine für IT-Dienstleister

Skillbrowser will die zentrale Anlaufstelle für die Suche nach IT-Dienstleistern in der Schweiz ­werden. Nach dem Launch zum Jahresbeginn möchte die Plattform ihren Nutzen nun unter ­Beweis stellen und künftig mehr Unternehmen ermächtigen, den passenden Provider zu finden.

Artikel erschienen in IT Reseller 2026/03

   

Das Zusammenbringen von Endkunden mit passenden IT-Dienstleistern, Service Providern oder Consultants ist zweifelsohne eine Herausforderung. Während Kunden einen Dienstleister mit den exakt gewünschten Kompetenzen wie die Nadel im Heuhaufen suchen müssen, investiert die Seite der Anbieter in Marketing, Suchmaschinenoptimierung und Akquise, um die Auftragsbücher zu füllen. Die Schweizer Lösung Skillbrowser will diese Marktgegebenheiten optimieren – und zwar für beide Seiten. Es handelt sich bei der Lösung um ein Online-Verzeichnis, das im Kern wie eine Suchmaschine respektive wie eine durchsuchbare Marktübersicht funktioniert.


Die Suche nach dem passenden Dienstleister soll laut der Plattform «schnell, transparent und bedarfsgerecht» vonstattengehen und die komplexe Suche durch einen klaren und effizienten Prozess ersetzen. Kunden sollen via Skillbrowser also Anbieter mit den genau passenden Skills finden können, während sich Dienstleister mit beglaubigtem Know-how präsentieren können.

Erste Kunden als Eisbrecher

Kopf und Gründer hinter der Lösung ist Philippe Strübin, der viele Jahre als Engineer und Consultant tätig war und seit rund zwölf Jahren als Head of IT arbeitet. Strübin kennt damit beide Seiten – die des Anbieters und des Kunden respektive Beschaffers. Aufgrund der eigenen Herausforderungen, passende Dienstleister zu finden, kam dem IT-Verantwortlichen 2018 die Idee für die IT-Dienstleister-Suchmaschine.


Gegen Ende 2019 ging die Plattform erstmals live, zunächst mit verhaltenem Erfolg. Erste User vom Nutzen der Lösung zu überzeugen, habe viel Zeit und Aufwand erfordert, so der Gründer. «Die ersten Kunden agierten dabei wie Eisbrecher: Sie öffneten den Weg, nahmen anderen die Unsicherheit.» Unlängst, im Januar 2026, erfolgte der umfassende Relaunch von Skillbrowser. Damit möchte die Plattform im laufenden Jahr nun durchstarten und die gewonnenen Erfahrungen in nachhaltiges Wachstum übersetzen.

Beglaubigte IT-Skills

Die zentrale Idee hinter Skillbrowser ist einleuchtend: Anbieter registrieren sich und befüllen ihr Profil mit den Leistungen, die sie anbieten und für die sie ausgewiesenes Know-how im Haus haben – die sogenannten «Skills». Erfassen lässt sich eine grosse Breite an Skills, von groben Kategorien wie HR-Software über Consulting-Themen wie Risk Assessment bis hin zu produktspezifischen Skills, etwa für Microsoft Power Automate oder Fortinet Firewalls. Suchende Kunden bekommen somit die Möglichkeit, gezielt nach den Leistungen zu suchen, die in ihrem Unternehmen oder Projekt benötigt werden. Darüber hinaus erlaubt es die Suchmaschine, mehrere Skills zu kombinieren und Anbieter zusätzlich nach Regionen zu filtern.


Zentral für das Skillbrowser-Ökosystem sind die sogenannten Bestätigungen: Als Kunde kann man die Skills eines Dienstleisters beglaubigen. In Folge erscheint fortan ein Medaillen-Badge neben dem vom Dienstleister registrierten Skill (siehe Bilder rechts). Registrierte Nutzer sehen dabei sogar, wer die Bestätigung vergeben hat, was zusätzliches Vertrauen schaffen soll.

Mit Aktivität zur Top-Platzierung

Eine Suchmaschine, die von der Interaktion ihrer Nutzer auf beiden Seiten abhängig ist, kann selbstverständlich nur abheben und damit wirklich nützlich werden, wenn diese Interaktion aktiv stattfindet. Nachdem Skillbrowser in den letzten Jahren komplett neu aufgebaut wurde, wird die Schaffung des Bewertungs-Kreislaufs mit Version 2.0 daher nun priorisiert in Angriff genommen.

Dienstleister, die über die Plattform Kunden gewinnen wollen, sind also dazu angehalten, ihr Profil zu pflegen und Bestätigungen ihrer Kunden einzuholen. Denn die Aktualität eines Dienstleister-Profils in Form neuer Bestätigungen ist der wichtigste Faktor für maximale Sichtbarkeit und eine Top-Platzierung auf Skillbrowser. Strübin betont: «Die Menge der Bewertungen spielt keine Rolle. Ganz oben finden sich immer die Anbieter mit den neuesten Bewertungen.»


Wie bei Google & Co. werden auch auf Skillbrowser die Profile, die weit oben in der Suche auftauchen und mit vielen Bewertungen versehen sind, deutlich mehr angeklickt, wie Strübin bestätigt.

Abos für Dienstleister

Die Finanzierung von Skillbrowser läuft über ein Abo-Modell, mit dem man sich an die Dienstleister richtet. Die vier verfügbaren Abos rangieren zwischen 25 Franken (für bis zu fünf Mitarbeitende) und 200 Franken (ab 50 Mitarbeitenden) monatlich.

Für diesen Preis bekommt man die Möglichkeit, das eigene Profil umfangreich mit Informationen zu versehen (Kontaktdaten, Kurzbeschreibung, Partner-Badges etc.) und kann Skills erfassen. Aktuell gibt es mehr als 1700 verschiedene registrierte Skills, die sich in der aufgeräumten Benutzeroberfläche zuordnen lassen. Weiter bekommen zahlende Anbieter ein Dashboard, mit dem sie sehen können, welche Themen auf der Plattform gesucht werden und wie mit ihrem Profil interagiert wird.


Accounts, mit denen nur Dienstleister gesucht werden, sind derweil kostenlos, müssen aber einer echten Firma zugeordnet werden können. Um zu gewährleisten, dass die Bestätigungen und Kommentare glaubhaft und echt sind, werden sämtliche neue Accounts manuell geprüft, bevor sie freigeschaltet werden.

Unter den aktuell gelisteten rund 400 Anbietern finden sich auch solche, bei denen kein ausführliches Profil verfügbar ist. Diese werden auf Empfehlungen von Kunden hin von Skillbrowser selbst erfasst. Bis ein solcher Anbieter eines der Bezahl-Abos bucht, besteht sein Profil jedoch nur aus sehr rudimentären Angaben und kann nicht gemanaged werden. Wenn sich ein bereits gelisteter Anbieter anmeldet und eine Subscription löst, wird ihm sein eigenes Profil übergeben.

400 Anbieter, 1800 Bestätigungen

Wie erfolgversprechend die Aktivität für einen Dienstleister auf Skillbrowser ist, kann Strübin zu diesem Zeitpunkt noch nicht verlässlich sagen, dafür ist der Launch nicht lange genug her. «Man sieht aber, dass die aktiven Profile geklickt werden und die Kontaktfunktion auch bereits genutzt wird», wie er anfügt. Im Startmonat Januar registrierte die Plattform laut dem Gründer immerhin bereits 4300 Zugriffe. Aktuell sind rund 400 Anbieter mit knapp 1800 Skills-Bestätigungen gelistet. Und die Tendenz zeige derzeit klar nach oben, wie sich Strübin freut.

Skillbrowser soll «die erste Anlaufstelle für die Suche nach IT-Dienstleistern in der Schweiz» werden, wie er klarstellt. Denn die Alternativen – etwa die zahlreichen Partnerportale oder gängigen Suchmaschinen im Netz – sind für ihn aus Nutzersicht eines IT-Verantwortlichen keine praktikable Lösung.


So liegt der Fokus für Skillbrowser aktuell auf der Gewinnung von Dienstleistern, die sich ein Abo buchen und suchenden Nutzern. Neue Features sind für den Moment noch nicht geplant, man will sich für die Weiterentwicklung auf das Feedback stützen, das mit der wachsenden Nutzung entsteht. Grundsätzlich schliesst Strübin nicht aus, die Aktivitäten auch auf den DACH-Raum oder darüber hinaus auszuweiten, der aktuelle Fokus liegt jedoch klar auf der Schweiz. (win)


Artikel kommentieren
Kommentare werden vor der Freischaltung durch die Redaktion geprüft.

Anti-Spam-Frage: Welche Farbe hatte Rotkäppchens Kappe?

GOLD SPONSOREN
SPONSOREN & PARTNER