Acronis-CEO Patrick Pulvermüller: 'Wachstum, bitte'
Quelle: Acronis

Acronis-CEO Patrick Pulvermüller: "Wachstum, bitte"

Acronis-CEO Patrick Pulvermüller äussert sich zur neuen Identität seines Unternehmens, zu einer Produktneuheit, die sich auf den Channel auswirken dürfte und zu den personellen Veränderungen an der Spitze der Schweizer Ländergesellschaft.
20. September 2023

     

Beim im Schaffhausen ansässigen Security- und Backup-Spezialisten Acronis hat sich in den letzten Monaten und Jahren einiges bewegt – nicht zuletzt, was die Führung der Schweizer Ländergesellschaft angeht. Aber auch auf Produkteseite gibt es Neuigkeiten, die für den Channel vor allem längerfristig von Bedeutung sein könnten. Wir haben uns mit Acronis-CEO Patrick Pulvermüller getroffen, um die Entwicklungen der letzten und der kommenden Monate genauer zu beleuchten.

Wachstum dank Simplifizierung

Laut Pulvermüller hat das Unternehmen in den vergangenen Jahren eine grosse Entwicklung durchgemacht: "In den letzten 24 Monaten haben wir uns komplett verändert: Von einer reinen Backup-Firma hin zu einem Unternehmen, das Backup, Desaster Recovery, Security und Automation Management für Reseller und Managed Service Provider anbietet." Dieser Schritt, so der CEO, sei auch ein klares Commitment an den Channel. Denn das Ziel ist laut Pulvermüller vor allem eines: Simplifizierung. Die Fachkräfte der Acronis-Reseller und -Kunden sollen im Zuge dieser Entwicklung entlastet und der Zugang zur komplexen Technologie massgeblich vereinfacht werden, so das erklärte Ziel.

Und offenbar hat das auch Auswirkungen auf die Marktpositionierung von Acronis. Pulvermüller: "Wir sind in nur vier Jahren auf eine Zahl betreuter Service Provider gekommen, mit der wir nun in den Top 5 weltweit sind." Stand September 2023 zähle man weltweit 20'000 Service Provider, die Acronis-Lösungen bei ihren Kunden im Einsatz haben. "Andere brauchen für solches Wachstum 40 Jahre – wir haben das in vier Jahren geschafft", so Pulvermüller sichtlich stolz.


Als Hauptgrund verortet Pulvermüller vor allem eines: Die umfangreichen Integrationsmöglichkeiten der verschiedenen Acronis-Module in verschiedenste Plattformen und Lösungen. Pulvermüller betont in diesem Zuge auch, dass viele dieser Schnittstellen bestehen und gepflegt werden, obwohl sie Produkte der direkten Konkurrenz von Acronis anbinden.

Man biete schon heute mehr als zahlreiche Schnittstellen zu handelsüblichen Plattformen und Produkten. Und es sollen künftig noch deutlich mehr werden – wir kommen nochmal darauf zu sprechen.

Weniger Last auf Fachkräften

Der grosse Vorteil und das Alleinstellungsmerkmal der eigenen modular gestalteten Lösungen sieht Acronis laut Pulvermüller derweil in der Einfachheit und der Benutzerfreundlichkeit der Acronis-Software. Durch eine bewusst stark simplifizierte Benutzeroberfläche sollen die Acronis-Lösungen auch von weniger geschultem oder erfahrenem Personal bedient werden können.


"Das ist absolut ein Alleinstellungsmerkmal für uns. Wir haben schon vor rund zehn Jahren die Strategie definiert, dass alle unsere Produkte – ob selbst entwickelt oder zugekauft – in dieses eine System integriert werden", so Pulvermüller. Ansprechen will man mit diesem Fokus laut dem Geschäftsführer vor allem kleine und mittelständische Managed Service Provider im Channel. Weiter betont der CEO, dass Acronis nicht nur bei den eigenen Lösungen eine volle Integration anstrebt, sondern dies wie erwähnt auch für die Systeme anderer Hersteller gilt.

Cyber App Standard: Integrationen via No-Code-Lösung

Er beobachte im Channel derzeit drei grosse Herausforderungen, so Pulvermüller: "Erstens hat der Channel grosse Probleme, die richtigen Talente zu finden. Das zweite Thema ist, dass der Channel immer mehr gefordert wird – denn nicht nur die Dienstleister leiden am Fachkräftemangel, auch die Endkunden stehen vor diesem Problem." Dem will man bei Acronis mit der bereits erwähnten Benutzerfreundlichkeit und der damit gewonnen Zugänglichkeit begegnen. Weiter sollen sich die Kunden, die heute laut Pulvermüller "von allen Seiten" angegriffen werden, dank der erhöhten Sicherheit natürlich wieder besser auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können. 

Die dritte Herausforderung verortet der CEO in der bereits erwähnten Integration weiterer Dienste, deren Nutzung je nach Region sehr unterschiedlich ist. "Wir möchten bei all diesen Plattformen möglichst stark integriert sein. Damit der Channel überall auf der Welt das nutzen kann, was er kennt", wie er den Lösungsansatz von Acronis erklärt. 


Dafür hat Acronis Spannendes in der Produktepipeline, wie der CEO weiter verrät: Mit einem No-Code-Editor und entsprechenden APIs sollen Software-Hersteller in die Lage versetzt werden, möglichst einfach eine Integration ihrer Software zur Acronis-Produktpalette zu bauen. Das Vorhaben läuft unter dem Namen Cyber App Standard und soll im November 2023 final verfügbar gemacht werden. Der Launch der Beta ist bereits erfolgt, erste ISVs arbeiten laut Pulvermüller schon damit. "Heute haben wir Integrationen in mehr als 100 weitere Systeme. Mit dem Cyber App Standard sollen es nun nochmal deutlich mehr werden", so der CEO. Derzeit arbeite man etwa stark mit Anbietern von Remote Management Software zusammen, um weitere Integrationen zu schaffen.

Wer ist nun Schweizer Länderchef?

Interoperabilität, Integration, Cybersecurity auf allen Ebenen und eine breite Produktpalette sind für die heutige Identität von Acronis zentral. Der Schritt vom reinen Backup-Spezialisten zum breit aufgestellten Security-Anbieter wurde in den letzten Jahren forciert und ist laut dem CEO wie eingangs erwähnt weitgehend vollzogen. 

Diese Entwicklung, so Pulvermüller, sei letztendlich auch für die personellen Restrukturierungen in der Schweiz verantwortlich: "Wir brauchen Leute, die nicht nur im Bereich Backup, sondern auch in den Bereichen Security, Desaster Recovery und Automation Management sattelfest sind." Mit den Restrukturierungen spricht Pulvermüller vor allem die überraschende Absetzung des langjährigen Schweizer Channel-Chefs Cyril Schmid Anfang 2023 an. "Schmid ist ein ausgewiesener Backup-Experte, wir haben aber jemanden mit breiterem Wissen gebraucht." Auf Schmid folgte Anfang 2023 aber kein neuer Schweiz-Chef – stattdessen übernahm Heiko von Soosten, langjähriger General Manager DACH von Acronis, die Verantwortung für die Schweizer Ländergesellschaft. 


Etwas überraschend gab es an der Spitze des Schweizer Acronis-Channels aber schon sehr zeitnah nochmal einen weiteren Wechsel: Armin Recha, zuvor Vice President Sales Europe bei Igel Technology, nahm im Juni 2023 Heiko von Soostens Platz ein und ist damit der neue General Manager DACH von Acronis. Zu den Details des Wechsels will sich Pulvermüller nicht äussern.

Das Feedback der Partner zur leicht veränderten Organisationsstruktur der hiesigen Ländergesellschaft sei soweit gut. Man reise in der Regel so oder so persönlich zu den Partnern und pflege nach wie vor den Hauptsitz in Schaffhausen, womit die hiesigen Partner weiter eng betreut werden können, wie Pulvermüller zu Protokoll gibt. "Und für die Partner gibt es die lokalen Sales Manager natürlich nach wie vor. Hier hat sich nichts geändert", wie er zusammenfassend sagt.

Weitere Änderungen im Schweizer Channel seien darüber hinaus vorläufig nicht zu erwarten. Nach den Zielen gefragt, die Acronis in der Schweiz verfolgt, antwortet der CEO lachend und knapp: "Wachstum, bitte." (win)


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