Aborückgang bei Netflix - Aktie bricht ein
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Aborückgang bei Netflix - Aktie bricht ein

Netflix hat im letzten Quartal erstmals seit einem Jahrzehnt Abos verloren, was einen Aktieneinbruch von mehr als 20 Prozent zur Folge hatte.
20. April 2022

     

Netflix hat die Zahlen fürs erste Quartal des Geschäftsjahres 2022 veröffentlicht. Dabei kann der Streaming-Anbieter einen Umsatz von 7,868 Milliarden Dollar vermelden, was gegenüber Vorjahr einem Plus von 9,8 Prozent entspricht. Mit diesem Ergebnis hat Netflix die Analysten-Erwartungen knapp verfehlt. Als Gewinn weist Netflix 1,597 Milliarden Dollar aus – vor Jahresfrist waren es noch 1,707 Milliarden oder 6,4 Prozent mehr.


Dass die Netflix-Aktie nachbörslich um mehr als 20 Prozent eingebrochen ist, dürfte aber weniger mit den knapp verfehlten Erwartungen oder dem gesunkenen Gewinn zusammenhängen. Vielmehr wiegt die Tatsache schwer, dass Netflix erstmals seit einer Dekade einen Rückgang bei den Abozahlen vermelden muss. Netflix hat in den drei Monaten bis Ende März rund 200'000 Abos eingebüsst, die Zahl der Abos ist von 221,84 per Ende Q4 2021 auf 221,64 Millionen gesunken. Und: Bei den Prognosen fürs zweite Quartal des Jahres geht Netflix von einem weiteren Rückgang im Umfang von 2 Millionen Abos aus. Mitverantwortlich für den Aboschwund ist nicht zuletzt der Krieg in der Ukraine und der damit verbundene Rückzug von Netflix aus Russland, der das Unternehmen rund 700'000 Abos gekostet haben soll. Einen Aboschwund im Umfang von rund 600'000 Abos gab es auch in Nordamerika, nachdem die Preise erhöht wurden. Derweil konnte Netlfix vor allem im asiatischen Raum zulegen.
Wie zu lesen ist, plant Netflix unter anderem zusätzliche Massnahmen, um gegen das Problem der Mehrfachnutzung von Netflix-Accounts vorzugehen. Zudem wird offenbar darüber nachgedacht, ein werbefinanziertes Abo einzuführen – etwas, das in Vergangenheit noch kategorisch ausgeschlossen wurde.

Fürs zweite Quartal rechnet Netflix mit einem Umsatz von 8,053 Milliarden Dollar (plus 9,7%) und einem Gewinn von 1,354 Milliarden Dollar (Vorjahr 1,353 Mia.). (mw)


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