Aus ITpoint wird Sharp DX
Quelle: Sharp DX

Aus ITpoint wird Sharp DX

ITpoint firmiert seit Anfang August als Sharp DX Schweiz und wird enger in das europäische IT-Service-Geschäft von Sharp eingebunden. CEO Philippe Wettstein und Europa-Chef Roland ­Singer erklären, was sich dadurch ändert und welche Rolle die Schweizer Organisation spielt.

Artikel erschienen in IT Reseller 2026/09


Fünf Jahre nach der Übernahme durch Sharp tritt ITpoint seit Anfang August nun als Sharp DX Schweiz auf. Mit der Umfirmierung wird der Schweizer Managed-Service- und Cloud-Anbieter enger in das europäische IT-Service-Geschäft von Sharp eingebunden. Die Verantwortung für Kunden und den Schweizer Markt soll jedoch weiterhin bei der hiesigen Organisation bleiben.


Als Sharp ITpoint im Jahr 2021 übernahm, hiess es, der IT-Dienstleister solle unter dem bekannten Marktauftritt und mit derselben Organisationsstruktur weiterarbeiten. Kontinuität sollte im Vordergrund stehen, der bekannte Marktauftritt, die bestehenden Strukturen und die vertrauten Ansprechpartner erhalten bleiben. Dass die Marke ITpoint nun dennoch verschwindet, begründet Phi­lippe Wettstein, CEO von Sharp DX Schweiz, mit der Weiterentwicklung des Unternehmens. «Die Menschen, die Services, die Verträge und die Schweizer Verantwortung bleiben bestehen. ITpoint verschwindet damit nicht als Organisation oder als Kompetenzzentrum. Die Marke ändert sich, die Schweizer Expertise, die Mitarbeitenden und die Nähe zu unseren Kunden bleiben bestehen.» Gleichzeitig habe Sharp sein europäisches IT-Service-Geschäft in den vergangenen Jahren weiterentwickelt, ergänzt Roland Singer, Vice President Sharp DX Europe. Die verschiedenen Aktivitäten werden inzwischen unter Sharp DX zusammengeführt. «Damit wird sichtbar, was operativ bereits zunehmend Realität ist: Mit der gemeinsamen Marke schaffen wir jetzt auch nach aussen eine klare Identität», so Singer.

Mehr als ein neuer Name

Sharp DX war bereits Anfang Jahr als europäische Dachmarke lanciert worden. Seit dem 3. August ist sie nun auch der offizielle Marktauftritt und Firmenname der Schweizer Organisation. Diese kommuniziert neu über die Sharp-Webseite, nutzt E-Mail-Adressen mit der Domain sharp.ch und tritt gegenüber Kunden und Partnern unter der gemeinsamen Sharp-DX-Identität auf. Die bisherigen ITpoint-Adressen werden aber weiterhin auf die neuen Adressen umgeleitet, wie Roland Singer ausführt, und bestehende Verträge, Services und Betriebsmodelle behalten ihre Gültigkeit. Laut Singer ist Sharp DX mittlerweile mehr als eine gemeinsame Marke. Die Länderorganisationen arbeiten unter anderem bei Technologiepartnerschaften, der Portfolioentwicklung, im Marketing sowie bei der Bereitstellung von Fachkräften und Dienstleistungen zusammen. «Gleichzeitig bleiben lokale Marktverantwortung und Kundennähe zentral. Gerade in der Schweiz ist das wichtig, weil viele Kunden bewusst lokale Verantwortung, Schweizer Datenhaltung und klare Ansprechpartner erwarten», so Roland Singer. Die Integration sei auch noch nicht abgeschlossen. Sharp DX befinde sich in einem Transformationsprozess, bei dem die Stärken der einzelnen Länder erhalten und gleichzeitig jene Bereiche harmonisiert oder zentralisiert werden sollen, in denen dies einen konkreten Mehrwert bringe.


Die Schweizer Organisation soll innerhalb dieses Verbunds vor allem ihre Erfahrungen mit geschäftskritischen IT-Umgebungen sowie mit Cloud und Managed Services einbringen. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Enterprise-Cloud-Plattform Oria, über die Dienste aus Schweizer Rechenzentren erbracht werden. Oria soll vorerst als eigenständige Produkt- und Cloud-Marke bestehen bleiben. Während Sharp DX künftig als Unternehmensmarke und europäischer Marktauftritt dient, bleibt Oria Teil der Schweizer Strategie für Cloud und Managed Services. «Wie Oria langfristig innerhalb der Marken- und Portfolioarchitektur von Sharp DX positioniert wird, beurteilen wir anhand der Kundenbedürfnisse und der weiteren europäischen Entwicklung», fügt Philippe Wettstein an.

Europäische Kompetenzen, Schweizer Verantwortung

Umgekehrt erhält die Schweizer Organisation Zugang zu Kompetenzen anderer Sharp-DX-Gesellschaften. Als konkretes Beispiel nennt Roland Singer SAP-ERP- und Microsoft-Dynamics-Dienstleistungen, die von spezialisierten Teams in Frankreich erbracht werden können. Die Kundenführung und Gesamtverantwortung verbleiben dabei laut Philippe Wettstein in der Schweiz. Die Fachkräfte aus Frankreich würden bei Bedarf in umfassendere Cloud-, Daten- oder Managed-Service-Projekte eingebunden. Auch die Microsoft-Partnerschaften der Länderorganisationen werden zusammengeführt. Die Schweizer Organisation verfügte bisher über drei Microsoft Solutions Partner Designations. Gemeinsam mit Sharp DX Frankreich deckt das Unternehmen laut Wettstein inzwischen alle sechs Bereiche ab: Infrastructure, Business Applications, Modern Work, Data & AI, Security sowie Digital & App Innovation. Hinzu kommt eine Auszeichnung im Bereich Private Cloud, die auf der Schweizer Oria-Kompetenz beruht.


Ungeachtet der stärkeren europäischen Zusammenarbeit sollen die Kundenbeziehungen, die Beratung, die lokale Betreuung und die Marktverantwortung in der Schweiz verbleiben. Auf europäischer Ebene bündelt Sharp DX dagegen unter anderem Markenführung, Portfolioentwicklung, methodische Standards, Wissensaustausch und den Zugang zu Spezialisten. Philippe Wettstein macht aber klar: «Die europäische Bündelung ändert nichts an unserer lokalen Verantwortung. Für Schweizer Kunden bleibt klar, wer verantwortlich ist, wo Leistungen erbracht werden und nach welchen Standards wir arbeiten.» Die europäische Integration bedeute auch nicht automatisch, dass Mitarbeitende anderer Länder Zugriff auf Daten oder Systeme von Schweizer Kunden erhielten, betont Wettstein. «Ein solcher Zugriff erfolgt nur, wenn er für die Leistungserbringung erforderlich, entsprechend autorisiert und vertraglich sowie technisch abgesichert ist», verspricht Wettstein. Massgeblich seien die regulatorischen und sicherheitstechnischen Vorgaben des jeweiligen Kunden. Verlangt dieser eine Schweizer Datenhaltung oder besondere Zugriffsbeschränkungen, sollen diese Anforderungen Bestandteil der vereinbarten Lösung sein.

Ausbau bei Cloud, Security und KI

Inhaltlich will Sharp DX das Schweizer Angebot vor allem in den Bereichen Managed Services, Cloud, Cybersecurity, moderne Arbeitsplatzlösungen und IT-Infrastrukturbetrieb weiterentwickeln. Zunehmend wichtig werde dabei die Verbindung von Cloud, Daten und Sicherheit, so Philippe Wettstein. Daneben soll künstliche Intelligenz stärker in konkrete Kundenprojekte einfliessen. Bereits angeboten werden laut Wettstein KI- und Unternehmens-Assessments, Unterstützung bei Architektur, Governance und Compliance, die Einführung von Microsoft Copilot sowie die Konzeption digitaler Agenten. Stärker standardisierte und branchenspezifische Angebote rund um AI Agents und weiterführende KI-Anwendungen befänden sich dagegen noch im Aufbau. «Hier wollen wir bewusst nicht mehr versprechen, als wir produktiv und sicher liefern können», erklärt Roland Singer. «Unser Fokus liegt darauf, KI nicht als Selbstzweck, sondern kontrollierbar, regelkonform und mit messbarem Nutzen einzusetzen.»

Mit der Entwicklung von ITpoint seit der Übernahme zeigt sich die Unternehmensleitung zufrieden. Philippe Wettstein: «Unser Cloud- und Managed-Services-Geschäft wächst jährlich im zweistelligen Bereich. Auch Umsatz, Kundenbasis und Mitarbeiterzahl haben sich seit der Übernahme kontinuierlich positiv entwickelt. Gleichzeitig liegt unsere Fluktuationsrate im einstelligen Prozentbereich.» Das zeige, dass man nicht nur wirtschaftlich wachse, sondern auch als Arbeitgeber attraktiv sei und Mitarbeitende langfristig an das Unternehmen binden könne. Auch aus europäischer Sicht hätten sich die mit der Übernahme verbundenen Erwartungen erfüllt, so Roland Singer: «Die Schweizer Organisation ist heute ein wichtiger Bestandteil unseres europäischen IT-Service-Geschäfts. Sie bringt starke Kompetenzen in den Bereichen Cloud und Managed Services ein.»


In den kommenden sechs bis zwölf Monaten soll nun die neue Marke im Schweizer Markt verankert werden. Zudem will Sharp DX die Zusammenarbeit zwischen den Länderorganisationen vertiefen und daraus konkrete Angebote für Schweizer Kunden entwickeln. Im Mittelpunkt stehen dabei Cloud, Managed Services, Security, Business Applications, Data und AI. Konkrete Umsatz- oder Wachstumsziele will Philippe Wettstein nicht nennen. «Entscheidend ist für uns, dass Sharp DX Schweiz als glaubwürdiger IT- und Cloud-Partner wahrgenommen wird, der lokale Verantwortung mit europäischer Kompetenz verbindet.» (mw)


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