Kabelnetze verlieren TV-Kunden, geben Swisscom die Schuld

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19. August 2015 - Während die Schweizer Kabelnetzbetreiber bei der Anzahl Internet- und Telefonieanschlüsse zulegen können, verlieren sie TV-Kunden. Schuld sein soll die Swisscom aufgrund der dominanten Stellung bei den Sportrechten.
Kabelnetze verlieren TV-Kunden, geben Swisscom die Schuld
(Quelle: Swisscable)
Swisscable, der Verband der Schweizer Kabelnetzanbieter, hat Zahlen zum zweiten Quartal 2015 veröffentlicht. So zählten die Schweizer Kabelnetze per 30. Juni 2015 1,2035 Millionen Kabelinternet-Kunden, 90'000 oder 8,1 Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Bei der Kabeltelefonie wurden 703'200 Kunden gezählt, 50'200 oder 7,7 Prozent mehr als Ende Juni 2014. Demgegenüber muss Swisscable bei der Anzahl TV-Kunden einen Rückgang vermelden, und zwar um 98'000 Anschlüsse (minus 3,7%) auf 2,579 Millionen Anschlüsse. Schuld an diesem Rückgang ist laut Swisscable massgeblich Swisscom, die ihre dominante Stellung bei den Sportrechten missbrauche. Simon Osterwalder, Geschäftsführer von Swisscable, erklärt: "Aus dem Kontakt mit Mitgliedern wissen wir, dass viele Kabelnetzkunden zur Swisscom wechseln, weil diese das bessere Sportangebot hat." Hintergrund sei die Tatsache, dass die Swisscom einen grossen Teil der Übertragung der Schweizer Fussball- und Eishockeyspiele der obersten Ligen an ihr TV-Angebot kopple, so Swisscable. Für diese Koppelung wurde Swisscom jüngst von der Weko auch mit einer 143-Millionen-Franken-Busse bestraft, die von Swisscom allerdings angefochten wird.

Alles in allem zählten die bei Swisscable zusammengeschlossenen Anbieter Ende Juni 2015 netto 4,4435 Millionen Abonnemente, 42'200 oder 1 Prozent mehr als vor einem Jahr.