Exklusiv: Barracudas Disti-Wechsel führt zu Entlassungen bei Netdefender

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1. März 2013 - Nach über acht Jahren hat sich Barracuda Networks von seinem Schweizer Distributor Netdefender getrennt und sich für zwei neue Distis entschieden. "Swiss IT Reseller" hat sich mit den beiden beteiligten Parteien über die Gründe für die Trennung und deren Konsequenzen unterhalten.
Exklusiv: Barracudas Disti-Wechsel führt zu Entlassungen bei Netdefender
"Viele Reseller freuen sich über eine Konsolidierung ihrer Disti-Landschaft, weil sie bereits das eine oder andere Produkt unserer neuen Partner in ihrem Portfolio haben", erklärt Marc Mathys, Country Manager Schweiz von Barracuda Networks. (Quelle: Barracuda)
Am Montag hat Security- und Netzwerkspezialist Barracuda Networks bekannt gegeben, dass er ab 4. März, also ab nächster Woche, mit zwei neuen Distributoren zusammenarbeiten wird – Infinigate und Datastore. Ein Entscheid, der viele Fragen aufwirft: Was geschieht mit dem bisherigen Distributor Netdefender und dessen Resellern? Und: Wieso hat man sich nach so vielen Jahren von Netdefender getrennt? "Swiss IT Reseller" hatte Gelegenheit sich sowohl mit Lior Keydar, Managing Director bei Netdefender als auch Marc Mathys, Country Manager Schweiz von Barracuda, darüber zu unterhalten.

Fangen wir mit der brennendsten Frage an, nämlich der, wie es zur Trennung der beiden langjährigen Partner kommen konnte. Netdefender hat immerhin seit über acht Jahren die Barracuda-Produkte vertrieben und war laut eigenen Angaben auch sehr erfolgreich. "Die Umsätze haben gepasst", versichert uns Netdefender-Chef Keydar, und die Partner seien sehr zufrieden gewesen. "Ich, mein ganzes Team und auch unsere Partner waren darum sehr überrascht über den Entscheid", erklärt er gegenüber "Swiss IT Reseller". Man habe zwar damit gerechnet, dass sich etwas verändern wird, doch dass man gleich ganz auf der Strecke bleibe, das habe niemand gedacht, "eher, dass es vielleicht noch einen zusätzlichen Distributor gibt", meint Keydar.

Vertrag mit Netdefender wurde fristgerecht gekündigt

Dass man bei Netdefender wirklich so überrascht war, glaubt Marc Mathys, der erst seit Frühjahr 2012 als Barracuda-Schweiz-Chef amtet, derweil nicht: "Wir haben viele Gespräche geführt seit ich an Bord bin und mindestens quartalsweise miteinander gesprochen und Ziele vereinbart." Die Zusammenarbeit ist seiner Ansicht nach bis vor einer gewissen Zeit tatsächlich auch sehr gut gewesen. Was ist danach passiert? Laut Keydar hatten Mathys und er verschiedene Ansichten und Pläne, wie die Distribution in Zukunft erfolgen soll. Mathys verweist derweil auf die neue Positionierung und Strategie von Barracuda. Man wolle wachsen, habe jetzt vier dedizierte Leute für den Schweizer Markt und das sei mit gewissen Erwartungen verbunden. "Wir haben uns deshalb für Distributoren entschieden, die uns unserer Ansicht nach auf diesem Weg am besten unterstützen können", so der Barracuda-Chef. In der Folge hat man den bestehenden Distributionsvertrag mit Netdefender fristgerecht gekündigt – der langjährige Disti blieb auf der Strecke.

Mathys versteht, dass sie Situation für Netdefender schwierig ist. "Ich habe das in der Vergangenheit auch schon erlebt", erklärt der ehemalige Computerlinks-Manager. Für Netdefender ist das nur ein kleiner Trost. Laut Keydar muss er nun sein Personal reduzieren. In welchem Umfang will er nicht mitteilen. Dafür hat Netdefender anscheinend bereits ein paar neue Produkte und Partner in Aussicht, momentan ist aber noch nichts spruchreif.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, was nun mit den bisherigen Resellern von Netdefender passiert und welche Möglichkeiten sie haben.