Der People-Unternehmer: Stefan Ebnöther, CEO, Littlebit

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9. Juli 2022 - Stefan Ebnöther ist ein Kind der Distribution – von der Lehre bei ARP Datacon bis zu seiner heutigen Tätigkeit als CEO von Littlebit, mit einem Abstecher zum Hersteller Samsung. Nicht nur privat, auch in seinem Job sind für ihn die Menschen das Wichtigste.

In der IT-Branche ist Stefan Ebnöther seit den Anfängen seines beruflichen Werdegangs tätig. Nach der Jahrtausendwende stand er beim Entscheid für eine KV-Lehrstelle vor der Wahl: entweder ein SBB-Reisebüro oder ARP Datacon. Reisen war schon in der Jugend eine seiner Leidenschaften. Er entschied sich dazu, das Reisen als Hobby zu belassen und beim IT-Händler anzuheuern.

Die Lehre habe ihm vielfältige Kenntnisse und Kontakte vermittelt: «Ich konnte schon als Lernender ein gutes Netzwerk aufbauen – nicht verwunderlich, war doch der Grossraum Emmen-Rotkreuz bereits Anfang der 2000er-Jahre ein Hub mit vielen Distributoren und Herstellern.» Direkt aus dem Militärdienst heraus konnte er sein Netzwerk dann schon nutzen und sich für die nächste Stelle bewerben. Diese fand er bei Data Storage Advisors (DSA), wo er von 2004 bis 2008 in Sales- und Marketing-Funktionen und im Product Management tätig war. «In der Zeit habe ich viele Erfahrungen gesammelt, vor allem auch in Fernost. Ich konnte zur Computex reisen und habe in China viele Einkaufsaktivitäten übernommen», äussert er sich begeistert. (ubi)


Als Mister Flash von Ingram zu Ecomedia

Nach vier Jahren bei DSA wollte Ebnöther zu einer grösseren Unternehmung wechseln und erlangte eine Stelle als Product Manager für Storage bei Ingram Micro. «Mit Storage hatte ich schon in der Lehre bei ARP zu tun, konkret mit den ersten USB-Flash-Drives mit 8 MB Kapazität zu 599 Franken – damals ein absolutes Nischenprodukt, das man gerne dem Lernenden überliess.» Flash-Speicher blieb für Ebnöther auch danach ein Thema. DSA führte in diesem Bereich eine Eigenmarke, bei Ingram Micro kamen Hersteller wie Kingston und Sandisk hinzu. «Irgendwann habe ich mich dann gewissermassen als ‹Mister Flash› wiedergefunden», resümiert der heutige Littlebit-CEO. Sein frührerer Chef von DSA hatte seine Firma inzwischen an Ecomedia verkauft und wollte Stefan Ebnöther dort als Nachfolger für die Eigenmarke Disk­2go wieder an Bord holen. Die nächste Karrierestation war denn auch Ecomedia, zunächst als Product Manager und dann als Verkaufsleiter der Data Storage Division, wo er das Flash-Business weiter vorantreiben konnte. Und er ist in dieser Zeit zum ersten Mal mit Littlebit in Kontakt geraten. «Littlebit war bekannt als führender Festplatten-­Distributor und war ein Konkurrent von Ecomedia. Mit dem Littlebit-Chef und -Mitinhaber Patrick Matzinger hatte ich eine sehr sportliche und freundschaftliche Reibungswärme: Er war immer für Harddisks, ich plädierte für SSDs.»
(ubi)


Über Samsung zu Littlebit

Bei Ecomedia hat Ebnöther das Thema SSD vorangebracht und mit dem Import von Samsung-SSDs begonnen. «Das war ein Nischenprodukt wie seinerzeit die USB-Sticks. Man kann es sich kaum mehr vorstellen: Professionelle Modelle mit 32 GB Kapazität kosteten über 2000 US-Dollar.» Dass SSDs und Storage allgemein Stefan Ebnöther am Herzen lagen, hat bald auch Samsung Electronics Schweiz festgestellt und ihm eine Stelle als Key Account Manager Storage angeboten. «Damit wurde ich vom Mitbewerber von Littlebit zu einem der grössten Lieferanten und hatte zunehmend mit den Leuten von Littlebit zu tun.»

Dann nahm Littlebit-Chef Matzinger erneut Kontakt auf und eröffnete Ebnöther, er wolle sich aus dem Tagesgeschäft zurückziehen und ihn als CEO-Nachfolger aufbauen. «Wir kannten uns ja schon über zwölf Jahre. Er hat es geschätzt, wie wir miteinander umgegangen sind und mir schon vor der Vertragsunterzeichnung gesagt, ich sei der einzige Kandidat, den er sich vorstellen könne.»

Seit Juni 2020 arbeitet Stefan Ebnöther bei Littlebit, zunächst zur Stabsübergabe als Chief Business Officer mit einem Projekt zur Weiterentwicklung des Channel-Geschäfts: «Wir hatten in den Ländern unterschiedliche Strategien. Meine Aufgabe war es, dies zu vereinheitlichen. Dabei hatte ich Schnittstellen zu allen Abteilungen und konnte meine Erfahrungen und Kontakte in der Firma aufbauen.»

Seit dem 1. Januar 2022 ist Ebnöther nun vollumfänglich als CEO von Littlebit tätig. «Die Chance, eine so erfolgreiche Firma mitzugestalten, erfüllt mich sehr. Ich bin ja ein Kind der Distribution, kann meine Netzwerke einbringen, habe guten Kontakt zu den Leuten, die schon lange dabei sind. Ich verstehe aber auch die Sprache und die Bedürfnisse der Jungen.» Besonders am Herzen liegt ihm die Weiterbildung der Mitarbeitenden, für die er sich stark engagiert. «Ich will ihnen so die Freude an der Branche vermitteln. Und ich finde, dass sich Vorgesetzte Zeit nehmen sollten, die Mitarbeitenden auf ihrem Weg zu begleiten. Oft stellte ich fest, dass junge Talente ins kalte Wasser geworfen werden und man bloss zuschaut, ob sie schwimmen können. Mittels Coachings der Mitarbeitenden entwickelt man sich auch als Führungsperson weiter.»
(ubi)


Die Menschen im Zentrum

Die Menschen sind es denn auch, die dem Netzwerker Stefan Ebnöther als CEO in der IT am meisten bedeuten. «Mir ist wichtig, dass es den Leuten um mich herum gut geht. Mit Menschen meine ich aber auch die Offenheit in der Branche. Anzug und Krawatte sind nicht zentral, auch schon viel früher als in anderen Wirtschaftszweigen. In der kleinen Schweiz ist zudem Integrität wichtig, man trifft sich nämlich immer zwei Mal.» Obwohl die Stimmung schnelllebig und von hartem Preisdruck geprägt sei, finde man immer einen Weg: zusammensitzen, etwas ausknobeln, Lösungen finden. «So sind sehr viele auch sehr gute Freundschaften entstanden und man pflegt diese auch auf privater Basis.»

Privat bewegt Stefan Ebnöther derzeit vor allem eines: Er wurde im Dezember 2021 zum ersten Mal Vater. «Meine Tochter ist ein Branchenbaby. Meine Frau arbeitet bei meinem ehemaligen Lehrbetrieb. Unser Kind ist ein super Abenteuer, ein grosses Glück, und es relativiert vieles daran, wie wir die Welt sehen, inklusive die Arbeitswelt.» Und schon kann die junge Familie nach der Pandemie wieder das Reisen aufnehmen: «Zum Glück fährt unsere Tochter begeistert im Auto mit!» Bei einem Kind soll es aber nicht bleiben, Stefan Ebnöther und seine Frau stammen beide aus Familien mit Geschwistern und wollen dies auch ihren Kindern bieten.

Ansonsten interessiert sich Ebnöther für alles was zwei Räder hat, also Töff und Velo – und auch etwas Vierrädriges hat es ihm angetan: «Mein Grill. Das zelebriere ich gerne auch etwas aufwendiger mit meiner Familie und meinen Freunden, nicht professionell aber trotzdem auf gutem Niveau.» (ubi)


Stefan Ebnöther

Stefan Ebnöther ist seit seiner Lehre bei ARP Datacon in der IT-Branche tätig, kennt das Geschäft aus Sicht von Resellern, Herstellern und Distributoren und verfügt über ein grosses Netzwerk. Bei Littlebit ist er seit Anfang 2022 als CEO tätig und ist begeistert über die Chance, das Unternehmen mitzugestalten. Privat beschäftigt und freut den People-Unternehmer, wie er sich selbst nennt, derzeit vor allem seine Ende 2021 geborene Tochter. Mit der Familie kann er schon jetzt wieder seiner anderen Leidenschaft, dem Reisen, nachgehen. (ubi)

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