Punkt für Punkt zu nachhaltiger Digitalisierung

10. Juli 2021 - Swico hat ein neues 10-Punkte-Programm zur Digitalisierung der Schweiz ­ vorgestellt und zeigt damit auf, welche Chancen sich für IT-Unternehmen bieten.

Die Digitalisierung hat das Potenzial, fundamentale Umwälzungen und wesentliche Verbesserungen für die Menschheit herbeizuführen – etwa bei der Verbreitung der Wissenssymmetrie, der Reduktion des CO2-Ausstosses durch Bereitstellung ressourcenschonender Alternativen, der niederschwelligen Gesundheitsversorgung und der Aufbrechung von Wertschöpfungsketten. Um die Schweiz im raschen Wandel als wettbewerbs­fähigen und fortschrittlichen Staat zu positionieren, ist die Politik gefordert, dieser Realität zu entsprechen. Doch nicht nur sie ist gefordert. Das 10-Punkte-Programm von Swico zeigt auch Handlungsmöglichkeiten für IT-Anbieter auf.

Neue Businessmodelle
Eine nachhaltige, chancenorientierte Digitalisierung, wie sie Swico anstrebt, bietet innovativen Anbietern die Möglichkeit, sich neue Geschäftsbereiche zu erschliessen – oder bestehende Angebote benutzerfreundlicher zu optimieren. Nach Ansicht von Swico gelingt das umso besser, je mehr der Mensch ins Zentrum der Digitalisierung gestellt wird. Zum digitalen Wandel in der Gesellschaft gehören eigenverantwortliches Handeln, Schutz der Person und ihrer Rechte und die Möglichkeit, von der Digitalisierung auf allen Linien zu profitieren. Unterstützend sind hier Angebote, welche Anwendern die Datenhoheit weitgehend zurückgeben, aber auch Entwicklungen rund um Barrierefreiheit oder vereinfachtes Teilen, um nur einige zu ­nennen.

Chancen im Bereich Bildung und Beruf
Die Halbwertszeit von Wissen verkürzt sich mit jeder Generation, und insbesondere in der Digitalisierung ist die Entwicklung rasant. Die Berufsbilder der Zukunft sind in den heute bestehenden Berufen teilweise noch nicht enthalten. Lebenslanges Lernen für alle Altersklassen und Branchen ist systematisch und in Zusammenarbeit mit der Wirtschaft zu fördern. Gefragt sind damit innovative Bildungsprogrammen für Schüler, Arbeitnehmende und Bürger, aber auch Tools für Home- oder Remote-Unterricht, Training on the Job, Online Onboarding und mehr.

Tools für flexibleres Arbeiten

Arbeitnehmende, Arbeitgebende und Selbständige haben ein Bedürfnis nach flexiblen Arbeitsformen und -zeiten. Selbstbestimmtes Arbeiten soll ohne Nachteile bei der sozialen Absicherung möglich sein, weshalb das Arbeitsrecht und die Sozialversicherungsanstalten den Strukturwandel mittragen und sich neuen Arbeitsrealitäten anpassen sollen. Einfache Zeiterfassungsmittel, sichere Datenanbindung, schnelle und datenschutzkonforme Clouds: Auch hier ist das Potenzial wohl längst noch nicht ausgeschöpft.

Transparente und progressive Beschaffungskultur
Das revidierte Beschaffungsrecht ist als Chance zu nutzen, um die Beschaffungsordnungen von Bund und Kantonen anzugleichen, eine einheitlichere und transparente Umsetzung herbeizuführen und die Innovationskraft der Anbieter optimal einzusetzen. Swico setzt sich dafür ein, dass hier für KMU und Start-ups gleich lange Spiesse ­geschaffen und agile Formen der Zusammenarbeit gefördert werden, damit an dieser Stelle auch ­weitere IT-Anbieter profitieren und sich ein­bringen können.

Moderne und sichere Infrastruktur

Hochwertige, effiziente und sichere Netz- und Kommunikationsinfrastrukturen bilden die ab­solut notwendige Basis für die flächendeckende Digitalisierung. Hier sind aktuell sicher alle Arten von 5G-Implementationen zu erwähnen, aber auch IoT-Entwicklungen und natürlich der ­gesamte, komplexe Cybersecurity-Bereich.

Über Swico
Swico ist der Wirtschaftsverband der ICT- und Online-­Branche. Er vertritt die Interessen von etablierten Unternehmen und Start-ups in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Seine über 650 Mitglieder mit ca. 56’000 Mitarbeitenden erwirtschaften jährlich einen Umsatz von 40 Milliarden Franken, ­insbesondere im Bereich Hardware, Software, Hosting, IT-­Services, Consulting, Digital­marketing und -kommunikation. Weitere Infos: www.swico.ch
Schaffung sicherer und vertrauenswürdiger Datenräume
Klar geregelte Verhältnisse zwischen Daten­verantwortlichen und Auftragsdatenbearbeitern sowie betroffenen Personen ermöglichen allen Akteuren, Datenbestände innerhalb des Öko­systems über ihren ursprünglichen Ver­wendungszweck hinaus verfügbar zu machen. Daten­hoheit, Gesetzmässigkeit und Sicherheit sind zu ­gewährleisten. Mit nachvollziehbaren Algorithmen ­können Unternehmen Vertrauen schaffen. Projekte wie die Swiss Cloud und leistungsstarke Public Clouds bieten Vorteile wie Skalierbarkeit, Schnelligkeit, Kosteneffizienz und insbesondere Sicherheit, dürfen aber nicht dazu führen, dass der Anschluss an europäische ­Projekte verpasst wird.

Digitalisierung ökologisch nachhaltig gestalten
Digitalisierung kann wesentlich dazu beitragen, den Energieverbrauch und CO2-Ausstoss zu verringern und somit die Klimaziele der Schweiz zu erreichen. Entsprechende Bemühungen und Projekte sind gezielt zu fördern und klimafreundliche digitale Angebote systematisch ausstossreicheren Varianten vorzuziehen. Chancen ergeben sich hier unter anderem bei der Schliessung von Stoffkreisläufen für die Hardware (Recycling) als auch bei der Reduktion des Energiebedarfs respektive der Wahl der Energiequelle für den Betrieb. Zusätzlich können die Konsumenten bezüglich ihrer Verantwortung für bewussten Konsum sensibilisiert und gegebenenfalls belohnt werden.
«Nur wenn Politik, Zivilgesellschaft und Wirtschaft ihren Teil beitragen, können wir das geballte Potenzial der Digitalisierung entfalten», meint Swico-Geschäftsführerin Judith Bellaiche. Sie freut sich darauf zu sehen, wie die 32 Ideen und Forderungen von Swico aufgenommen, entwickelt und diskutiert werden.

Das 10-Punkte-Programm kann unter www.swico.ch heruntergeladen werden.

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