Corona-Krise wird sich 2020 negativ auf weltweiten Halbleiter-Markt auswirken

von Luca Cannellotto


14. April 2020 - Gartner prognostiziert, dass der weltweite Halbleitermarkt im Zuge der Corona-Krise im laufenden Jahr leicht um rund 1 Prozent zurückgehen wird.

Die Coronavirus-Pandemie wird sich gemäss einer Studie des Research- und Beratungsunternehmens Gartner negativ auf Angebot und Nachfrage im Halbleiterbereich auswirken und zu einem Umsatzrückgang von 0,9 Prozent auf 415,4 Milliarden US-Dollar im laufenden Jahr führen. Dass der Rückgang doch relativ mild ausfällt, hat laut Gartner damit zu tun, dass im Speicher-Bereich ein Umsatzwachstum von 13,9 Prozent auf 124,7 Milliarden Dollar prognostiziert wird, während der Umsatz im sogenannten Nonmemory-Bereich um 6,1 Prozent zurückgehen wird.

Für das Wachstum in den Ausgaben für Speicherlösungen ist vor allem NAND Flash verantwortlich, wo für 2020 ein Umsatzwachstum von 40 Prozent zu erwarten ist. Die starke Nachfrage seitens der Anbieter von Cloud-Diensten in der ersten Hälfte des Jahres 2020 wird die Preise und die Einnahmen im Bereich Server-DRAM in die Höhe treiben. Dieses Wachstum wird jedoch durch die schwache Nachfrage und sinkende Preise auf dem Smartphone-Markt mehr als ausgeglichen. Für den DRAM-Markt insgesamt prognostizieren die Analysten von Gartner für das laufende Jahr einen Umsatzrückgang um 2,4 Prozent.

"Die weltweite Verbreitung von COVID-19 und die daraus resultierenden Massnahmen der Regierungen zur Ausbreitungseindämmung werden weitaus schwerwiegendere Auswirkungen auf die Nachfrage haben, als ursprünglich vorhergesagt", erklärt Richard Gordon, Research Practice Vice President bei Gartner. "Die diesjährige Prognose hätte schlechter ausfallen können, aber das Wachstum im Bereich Speicher könnte einen steilen Rückgang verhindern."

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