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Ascom mit Neuausrichtung nach enttäuschendem Jahresergebnis 2019

von Luca Cannellotto


20. Januar 2020 - Ascom hat die vorläufigen Unternehmenszahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr 2019 präsentiert und zeigt sich vom Ergebnis enttäuscht. Aus diesem Grund wird das Unternehmen neu ausgerichtet und der Verwaltungsrat neu besetzt.

Ascom erwartet aufgrund der vorläufigen und ungeprüften Ergebnisse für das abgelaufene Geschäftsjahr 2019 einen sinkenden Umsatz von netto 283 Millionen Franken, was einem Minus von 8,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Das Unternehmen litt einer Mitteilung zufolge unter einer schwachen Nachfrage im OEM-Geschäft, das um rund 30 Prozent schrumpfte. Und auch das US-Geschäft war rückläufig, während sich die beiden Regionen UK und DACH positiv entwickelten. Das EBITDA soll nahe an der Gewinnschwelle zu liegen kommen, wähend der Konzerngewinn leicht positiv ausfallen soll.

Der Auftragseingang von Ascom ging leicht um 1,4 Prozent auf 315 Millionen Franken zurück, während der Auftragsbestand um 22 Prozent auf 177 Millionen anstieg. Negativ entwickelte sich auch die Profitabilität, und zwar aufgrund des Umsatzrückganges und von Einmaleffekten wie Rückstellungen und einer Restrukturierung von rund 6 Millionen Franken. Deshalb habe man sich zum Ziel gesetzt, die Kostenbasis um 10 bis 15 Millionen Franken zu senken.

Aufgrund der enttäuschenden Ergebnisse will der Verwaltungsrat von Ascom per 1. Februar 2020 eine neue Konzernstruktur einführen. Ziel sei es, einen dezidierten Fokus auf das Business sowie eine schlanke und einfache Organisation mit starker Kundennähe zu haben. Dafür wurde bereits ein gruppenweites Transformationsprojekt angestossen. Dabei sollen die Managing Directors der wichtigsten Länder die Verantwortung für den Geschäftsgang tragen und direkt an CEO Jeannine Pilloud berichten. Auf Gruppenstufe wurde ausserdem ein Clinical-Solutions-Team eingesetzt, um komplexe klinische Lösungen in allen relevanten Märkten mit den besten Experten von Ascom zu adressieren und zu unterstützen, wie es weiter heisst.

Und auch im Verwaltungsrat soll es Änderungen geben. An der kommenden Generalversammlung, die am 15. April 2020 stattfinden wird, schlägt der VR der Ascom Holding vier neue Mitglieder zur Wahl in den Verwaltungsrat vor. Es sind dies Nicole Burth Tschudi, CEO der Adecco Group Schweiz, Laurent Dubois, ehemaliger CEO von GE Healthcare Partners, Michael Reitermann, ehemaliges Mitglied des Managing Board von Siemens Healthineers und Andreas Schönenberger, CEO der Sanitas Group. Die noch amtierenden Mitglieder Harald Deutsch, Christina Stercken und Andreas Umbach werden hingegen nicht mehr zur Wiederwahl stehen. Damit wird der Verwaltungsrat der Ascom Holding künftig aus sechs Mitgliedern bestehen, einschliesslich Valentin Chapero Rueda als VR-Präsident und Jürg Fedier als Präsident des Audit Committee.

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