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Weissbuch: Die Schweiz ist und bleibt ein Apple-Land

von Michel Vogel

3. April 2014 - Rund 10 Millionen PCs und Tablets stehen oder liegen derzeit in der Schweiz herum. 2013 sind 1,65 Millionen Notebooks und Desktop-Rechner sowie 1,13 Millionen Tablets dazugekommen – am meisten davon hat Apple verkauft. Zudem gingen gemäss dem neuesten Weissbuch im vergangenen Jahr auch 2,85 Millionen Smartphones über den Ladentisch, darunter 1,2 Millionen iPhones.

Die neueste Ausgabe des "Weissbuch" ist da. Und auch die 25. Auflage des vielbeachteten Reports zum Schweizer PC-Markt von Branchenkenner Robert Weiss wartet wieder mit vielen interessanten Zahlen auf – leider mit vielen negativen. Sämtliche untersuchten Marktsegmente, also PCs, Tablets, Smartphones, Server und Umfeld mussten 2013 nämlich Einbussen beim Umsatz hinnehmen.

Insgesamt schrumpfte der Umsatz im vergangenen Jahr um 13,3 Prozent auf 4,78 Milliarden Franken – das sind 735 Millionen Franken weniger als noch 2012. Einen solch grossen Rückgang hat selbst Weiss nicht erwartet, auch wenn laut ihm aus weltweiten Zahlen bereits ein Marktschwund infolge Übersättigungsmerkmalen und massiven Preisreduktionen erwartet werden konnte. Einen kleinen Lichtblick gibt es jedoch: Was die Stückzahlen betrifft, ist nämlich ein Wachstum von 2,6 Prozent festzustellen.


Klassischer PC-Markt: Deutlicher Stückzahlenrückgang

Das Stückzahlenwachstum ist auf den Smartphone- und Tablet-Markt zurückzuführen (mehr dazu später). Im klassischen PC-Markt (ohne Smartphones und Tablets) gibt es nämlich ein deutliches Minus: 2013 wurden 1,65 Millionen Notebooks und Desktop-Rechner verkauft, 2012 waren es noch 1,83 Millionen Geräte – das ergibt minus 9,8 Prozent. Am deutlichsten ist der Rückgang im Bereich Mobile Home mit 17 Prozent, während im Bereich Mobile Business das Minus nur 2,5 Prozent beträgt. Laut Weiss haben viele Heimanwender ein Notebook anscheinend nicht mehr durch ein neues Notebook, sondern durch ein Tablet ersetzt.

Weil in der Schweiz im vergangenen Jahr deutlich weniger PCs gekauft wurden und gleichzeitig deren Durchschnittspreis weiter gesunken ist, haben die Hersteller natürlich auch deutlich weniger Umsatz erzielt. 1,45 Milliarden Franken (-13,9%) waren es gemäss Robert Weiss ganz genau. Kommen die Tablets hinzu, sind es 1,96 Milliarden Franken Umsatz. Erstaunlicherweise vergrössert sich der prozentuale Umsatzrückgang damit jedoch auf 18,2 Prozent. Dies hängt damit zusammen, dass der Tablet-Preis 2013 massiv eingebrochen ist – aber auch dazu gleich mehr.

Zuvor noch ein Blick auf die Top-Hersteller. Im Schweizer PC-Markt ohne Tablets liegt HP mit einem Marktanteil von 31,5 Prozent und 520'000 verkauften Geräten deutlich an der Spitze, gefolgt von Apple und Acer mit je 15,5 Prozent Marktanteil. Dahinter folgen Lenovo, Dell, Toshiba, Asus, Samsung und Sony. Ausserdem hat es mit Steg auch noch ein Schweizer Assemblierer in die Top-10 geschafft. Der hiesige PC-Markt mit Tablets wird derweil von Apple angeführt. Mit einer Stückzahl von 828'000 kommt der iPad- und Mac-Hersteller auf einen Anteil von 29,8 Prozent. Das ist zwar leicht weniger als vor einem Jahr, reicht aber um die Führung vor HP (18,7%) und Acer (10,4%) klar zu behalten. Dahinter folgen Samsung, Lenovo, Dell, Asus, Toshiba, Sony und Steg.

Lesen Sie auf der nächsten Seite mehr zum Tablet- und Smartphone-Markt und wie gross die Dominanz von Apple und Samsung in der Schweiz ist.


Tablet- und Smartphone-Markt: Deutlicher Umsatzrückgang

Besonders interessant sind in diesem Jahr auch die detaillierten Zahlen zum Schweizer Tablet-und Smartphone-Markt, die Weiss seit einiger Zeit neben denen zum klassischen PC-Markt ebenfalls erhebt. Demnach wurden im vergangenen Jahr hierzulande 1,13 Millionen Tablets und 2,85 Millionen Smartphones verkauft. Das sind 28,4 beziehungsweise 1,6 Prozent mehr als im Vorjahr.

In beiden Segmenten ist gemäss Weiss also eine gewisse Sättigung festzustellen. Ausserdem ist der Durchschnittspreis richtiggehend eingebrochen: Ein Tablet hat im vergangenen Jahr angeblich im Schnitt nur noch 450 Franken gekostet, ein Smartphone 451 Franken – im Vorjahr waren es noch 810 beziehungsweise 548 Franken. Darum sind auch die Umsätze der Tablet- und Smartphone-Hersteller – trotz mehr verkauften Geräten – zusammengebrochen, nämlich von 713 auf 509 Millionen Franken (Tablets) beziehungsweise 1,522 auf 1,265 Milliarden Franken (Smartphones).

Ein Blick auf die Hersteller zeigt, dass die Schweiz nach wie vor ein Apple-Land ist. Das US-Unternehmen hat im vergangenen Jahr in der Schweiz alleine 572'000 iPads (Marktanteil: 50,6%) und nicht ganz 1,2 Millionen iPhones (42,2%) verkauft. Apple liegt damit deutlich vor Hauptkonkurrent Samsung. Die Koreaner konnten 2013 "nur" 230'000 Tablets (20,4%) und 985'000 Smartphones (35,1%) absetzen. Zusammen haben die beiden Unternehmen also einen Marktanteil von über 70 Prozent, in beiden Bereichen.

Microsofts Surface-Tablet ist laut Weiss in der Schweiz im letzten Jahr 8400 Mal über den Ladentisch gegangen. Das reicht für den achten Platz in den Top-10 der Tablet-Hersteller hinter Asus, Amazon, Acer, Lenovo und HP, aber erstaunlicherweise noch vor Sony und Toshiba.


Fast 10 Millionen PC-Installationen in der Schweiz

Zum Schluss noch ein paar Worte zu den Gesamtinstallationen. 1989, als Robert Weiss das erste Weissbuch veröffentlicht hat, gab es in der Schweiz insgesamt 700'000 PCs (inklusive aller Spielkonsolen). Heute zählt der Branchenkenner 7,58 Millionen PC-Installationen. 1,58 Millionen davon stehen an Arbeitsplätzen, etwas mehr als 4 Millionen zu Hause und der Rest sind Business-Systeme. Tablets sind in diesen Zahlen noch nicht mit einberechnet. Zählt man sie dazu, so kommt man auf ein Total von 9,86, also fast 10 Millionen, PC-Installationen in der Schweiz – ein beachtliche Zahl.

PS: In der Bildergalerie auf Seite 1 finden Sie noch zahlreiche weitere interessante Zahlen.

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