Also profitiert von Actebis-Verkauf

25. Februar 2008 - Der Broadliner Also hat wie andere Distributoren vom Actebis-Verkauf ­profitiert. Bei der Tochter GNT konnte der Verlust massiv verringert werden.

Der Broadline-Distributor Also hat im Geschäftsjahr 2007, in dem zum ersten Mal die im 2006 übernommene finnische GNT-Gruppe für das gesamte Geschäftsjahr konsolidiert wurde, einen Umsatz von über 5 Mrd. Franken erzielt. Mit dieser Steigerung um 55 Prozent im Vergleich zum Vorjahr belegt Also bezüglich Umsatzzahlen in Europa neu den dritten Platz unter den IT-Distributionsunternehmen hinter Tech Data und Ingram Micro. Der Gewinn nach Steuern stieg auf 14,8 Mio. Franken, im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung um 21 Prozent. Gesunken ist hingegen die Gewinnmarge: Von 0,4 Prozent auf 0,3 Prozent.


Leistungsverbesserung im Norden

«Wir sind 2006 losgezogen um den Mount Everest zu besteigen. Wir haben den Gipfel noch nicht erreicht, aber wir sind an einem Basislager angekommen», sagte Also-CEO Thomas Weissmann letzte Woche an der Bilanzme­dienkonferenz in Zürich in Anspielung an die GNT-Übernahme, die mit dem unerwartet schlechten Ergebnis im 2006 und auch im 2007 das Gruppenresultat negativ beeinflusste. Immerhin konnte Weissmann heute vermelden, dass mit einem Jahresverlust von 4,7 Mio. Franken GNT bedeutend besser abschnitt als noch 2006, als das Minus 21,8 Mio. Franken betrug.
Zur Ergebnisverbesserung bei GNT hatten Also-Schweiz-Geschäftsführer Marc Schnyder und sein deutscher Kollege Michael Dressen beigetragen. Schnyder und Dressen amteten im letzten Jahr als interimistische Chefs in Schweden und Norwegen und mis­teten die Ställe aus: Die Anzahl Hersteller in den Portfolios wurde von 170 respektive 110 auf 50 reduziert und massiv Stellen abgebaut. «Schweden ist ein sehr schwieriger Markt», sagte Weissmann, «ich beneide meine Kollegen nicht um ihre Aufgabe.» Man hätte zuerst den alten Fisch verkaufen müssen, was nicht sehr einfach gewesen sei. Mit dieser Metapher meinte der Also-Boss den Abverkauf von Produkten zur Lagerbereinigung.


Schweiz mit 18 Prozent mehr Umsatz

In der Schweiz und in Deutschland konnte Also weiter Marktanteile gewinnen, was zu einem nicht unbeachtlichen Teil der Konsolidierung im Distributionsmarkt (Actebis-Verkauf) zuzurechnen ist. Also ohne GNT steigerte den Umsatz um 18 Prozent auf 2,784 Mrd. Franken und den Reingewinn um 17 Prozent auf 28 Mio. Franken. Der Umsatz in der Schweiz stieg um 9 Prozent auf 1,09 Mrd. und in Deutschland gar um 25 Prozent auf 1,69 Mrd. Franken.
Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Also mit einem Umsatz von deutlich mehr als 5 Mrd. Franken. ­Allerdings machte Weissmann auch hierzu Einschränkungen: «Die Finanzkrise könnte sich negativ auf die IT-Branche auswirken, wenn Banken bei der Kreditvergabe ihr Verhalten ändern.» Unternehmen würden nämlich bevorzugt zuerst bei der IT sparen, weil es dort am einfachsten möglich sei, Investitionen herauszuzögern. Vorausgesetzt, solche Un­sicherheiten würden sich nicht bewahrheiten, rechnet Weissmann für dieses Jahr mit einem Gewinn von 30 Mio. Franken, mittelfristig mit zwischen 35 und 40 Mio. Franken. (Markus Häfliger)

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