Intel stramm auf Kurs

20. September 2004 - Intel machte auf dem Herbst Developer Forum die Unterhaltungselektronik zum zentralen Thema.

Bill Siu, Intel Vize Präsident und zuständig für Desktop-Plattformen, demonstrierte letzte Woche am Developer Forum in San Francisco in seiner Keynote, wie weit die Entwicklung des Digitalen Heims bereits vorangeschritten ist. Er zeigte Entertainment-PCs (EPCs), die noch vor dem Weihnachtsgeschäft in den USA in den Handel kommen sollen. EPCs lassen sich per Fernbedienung steuern und bringen PC-Spiele auf den TV-Bildschirm im Wohnzimmer. Musik und Filme werden mit wenigen Klicks auf der Fernbedienung in den EPC geladen.
Für die neuen Unterhaltungsmöglichkeiten arbeitet Intel mit Activision, Digital 5, Electronic Arts, Movielink, Napster und Realnetworks zusammen. Siu kündigte ein «Software and Services Product Recommendations Program» (SSPR) mit Richtlinien für Software- und Inhalts-Anbieter an. Ausserdem veröffentlichte Intel eine neue Version seiner Richtlinien für die Hersteller von Endgeräten. Als Basis für EPCs dient demnach ein Intel Pentium 4 Prozessor mit Hyper-Threading (HT) und Chipsätze aus der Intel 915 Express-Familie.
Mit der Entertainment-PC-Plattform 2004 will Intel weiteren Herstellern ermöglichen, bereits für das Weihnachtsgeschäft eigene, Intel-basierte EPCs zu entwickeln.


Geschütztes Streaming

In Zusammenarbeit mit Digital 5, Netgear und Realnetworks werden Standardbasierende Digital Media Adapter (DMA) entwickelt. Der gezeigte DMA von Netgear verwendet eine Middleware von Digital 5, um mittels Digital Transmission Content Protection (DCTP) geschützte Realnetworks Videos an unterschiedliche Geräte im Haus zu verteilen. Demonstriert wurde dies mit einer verschlüsselten Videoübertragung, bei der ein mit Windows XP Media Center Edition ausgestatteter PC mittels Realnetworks Inhalte des Video-on-Demand-Anbieters Starz über DTCP/IP auf den MP115 Wireless Digital Media Player von Netgears schickte.
An der Entwicklung der DTCP-IP Spezifikationen, hatten sich zahlreiche Unternehmen aus der Unterhaltungsindustrie und Anbieter von Inhalten beteiligt. Sie waren vor einem Jahr vorgestellt worden. Ein Indiz für den bevorstehenden Erfolg sieht Intel in der relativ raschen Annahme von DTCP/IP durch bisher sieben Filmstudios, die ihre Unterstützung für das verschlüsselte Übertragungsprotokoll zugesichert haben. Das wundert allerdings nicht, so verspricht DTCP/IP den Inhaltanbietern doch mehr Sicherheit: Sollten die Datenströme durch Manipulation an den Endgeräten entschlüsselt werden, unterbindet ein «Key Revocation»-Mechanismus das Streaming.
Intel geht davon aus, dass bereits zum Weihnachtsgeschäft erste DTCP/IP-taugliche Streaming-Clients in den Handel kommen.


Partner für Heimkino-Sound und Storage-Schnittstelle

Gemeinsam mit Dolby Laboratories will Intel PC-Herstellern im Audio-Bereich bei der Umsetzung der Dolby-Vorgaben für High Definition helfen. Intel unterstützt die «PC Entertainment Experience Initiative» von Dolby mit neuen Referenz-Designs und Entwickler-Vorgaben. Diese Initiative umfasst Dolby Master Studio mit umfangreichen Sound-Fähigkeiten und der Möglichkeit, selbst erstellte DVDs mit Rundum-Klang zu versehen. Dolby Home Theater erlaubt Heimkino-Sound, den man der Tonquelle, Stimmung und Umgebung anpassen kann. Dolby Sound Room schliesslich soll mit nur zwei Lautsprechern eine Atmosphäre wie bei einem 5.1 Surround-System erzeugen.
Mit Hitachi, Marvell, Seagate und Toshiba hat Intel überdies die CE-ATA Initiative begründet. Diese soll eine neue Storage-Schnittstelle für tragbare Geräte aus der Unterhaltungsindustrie und Handhelds definieren.
Die Initiative wird ähnlich organisiert und betrieben werden, wie es bereits bei Serial ATA der Fall war. CE-ATA wird aber, wie Intel schreibt, getrennt von Serial ATA entwickelt, da Handhelds und portable Unterhaltungsgeräte nicht die gleichen Anforderungen an die Schnittstelle stellen, wie herkömmliche Computer. CE-ATA wird primär auf preiswerte Integration und maximale Energieeinsparungen ausgerichtet sein. (fis)

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