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Der Technologiebegeisterte: Thomas Winter, Partner Lead bei Microsoft Schweiz

Der Technologiebegeisterte: Thomas Winter, Partner Lead bei Microsoft Schweiz

(Quelle: zVg)
Artikel erschienen in Swiss IT Reseller 2020/12 – Seite 1
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5. Dezember 2020 - Thomas Winter, Partner Lead bei Microsoft Schweiz, mag kein elitäres Denken, hat keine Mühe, Fehler zuzugeben, und freut sich auf die Zeit, wenn er wieder mit seiner Familie reisen kann.
«Ich bin in meinem Leben gut damit gefahren zu sagen, was ich möchte», bilanziert Thomas Winter, Leiter des Partnergeschäfts bei Microsoft Schweiz. Gleichzeitig fällt ihm aber auch kein Zacken aus der Krone, wenn er Fehler zugeben muss. «Bei einem früheren Arbeitgeber hatten wir einen Fehler im System, den ich am falschen Ort vermutete. Im Krisenmeeting vor versammelter Geschäftsleitung habe ich zugegeben, dass meine Original­annahme falsch war.» Und auch von elitärem Denken hält der 49-Jährige wenig. «Von meinem Vater habe ich gelernt, dass man alle Menschen anständig behandelt.»

Seinem Vater ist es auch zu verdanken, dass Winter überhaupt den Weg in die IT gefunden hat. «Als Radiologe hat mein Vater in den 80er-Jahren den ersten ZX80-Computer gekauft, auf welchem ich mit dem Programmieren angefangen habe. Und so ist die Idee entstanden, auch beruflich etwas mit Computern zu machen.» Mangels einer Informatiklehre zu jener Zeit absolvierte Winter eine Elektronikerlehre, bevor er an der technischen Hochschule in Rapperswil Elektro­ingenieurswesen studierte.

Den beruflichen Einstieg fand Winter schliesslich bei Telekurs als Netzwerkingenieur. Nach einem Jahr danach gefragt, wohin ihn seine Karriere denn führen solle, erklärte Winter seinem Chef, dass er dessen Job wolle, falls dieser einmal weiterziehe. «Ich war damals knapp 25 Jahre alt und er meinte, vor 30 sei bei Telekurs keine Führungsposition möglich», erinnert sich Winter. Doch es kam anders als ­erwartet: Nach einer Reorganisation ein Jahr später wurde Winter der Job seines Chefs angeboten und er übernahm die Leitung des Netzwerk-Teams. «Ich habe die Funktion mit einer gewissen Ehrfurcht übernommen. Denn alle meine Mitarbeiter waren älter und erfahrener als ich. Das hat dann auch meinen Führungsstil geprägt. Ich musste mit Leuten einen Weg finden, die auch meine Chefs hätten sein können.»

18 Jahre bei Cisco

Nach einigen Jahren bei Telekurs kam es im Sommer 2000 zu einer weiteren Reorganisation, die für Winter der richtige Zeitpunkt war, sich neu zu orientieren. Bei der Wahl seines nächsten Arbeitgebers war für ihn klar, dass er von der Kunden- und ­Implementations-Seite auf die Vendor-Seite wechseln wollte. So landete er schliesslich bei Cisco Schweiz als Business Development Manager. «Drei Wochen nach Stellenantritt platzte die Dotcom-Blase und aus einer Firma, die ihren Aktienwert alle drei Wochen verdoppelt hatte, wurde ein Unternehmen, dessen Aktienpreis von 81 auf 8 Dollar gefallen ist.»

Nach weiteren zwei Jahren wurde er Sales Manager der Small und Medium Accounts in der Schweiz. Dabei stiess er bei seinen Mitarbeitern nicht nur auf Begeisterung. «Einige meinten, ich sei dafür nicht qualifiziert, weil ich vorher nicht im Verkauf tätig gewesen bin.» Er sei aber durchaus bereit, seine Führungsplattform in Frage stellen zu lassen. «Wenn ich zum Schluss komme, dass ich es nicht kann, kann ich immer noch abtreten. Grundsätzlich kann man aber vieles lernen, wenn man Mitarbeitern und Kunden zuhört.» Dazu gehört für Winter auch, dass man sich den Mitarbeitern in einem gewissen Rahmen anpasst. «Als Vorgesetzter muss ich mich auf meine Mitarbeiter einlassen und nicht stur meine Linie fahren.»

Schliesslich wuchs der Wunsch nach einem internationaleren Fokus, worauf er bei Cisco zum Operations Director für Sales Operations in EMEA berufen wurde – «mein erster europaweiter Job, für den ich rund 30 Wochen pro Jahr in Europa unterwegs war». Nach vier Jahren wurde der Fokus dann sogar noch breiter, übernahm Winter bei Cisco doch einen globalen Job und rollte in den nächsten vier Jahren die neue Commerce-Plattform des Unternehmens weltweit aus. Die Position des Chief Digitization Officer in der Partnerorganisation schliesslich war seine letzte Station bei Cisco, denn als man ihn wieder mehr in Richtung Operations drücken wollte, verabschiedete sich Winter.
 
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