Der Gesellige: Fabian Elser, Managing Director von Ebertlang Swiss

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5. November 2022 - In seiner Freizeit findet man Fabian Elser, Managing Director von Ebertlang Swiss, entweder auf dem Fussballplatz oder am Grill. Und er träumt von einer eigenen Besenbeiz.

Der Werdegang von Fabian Elser, Managing Director von Ebertlang Swiss, zeigt: Der Unternehmer ist ein Tausendsassa. Nachdem er zunächst eine Kochlehre in einem Altersheim begonnen hatte – «ich koche sehr gerne, aber nicht als Beruf» –, war er danach kurzfristig in verschiedenen Branchen unterwegs, ehe ihm klar wurde, dass die IT seine berufliche Heimat ist. «Wir hatten dank der Arbeit meines Vaters einen Computer zuhause und ich habe relativ früh in der IT ein bisschen mehr gewusst als andere», erinnert sich der heute 41-Jährige. Entsprechend habe er bereits in der Schulzeit und dann auch nach der begonnenen Lehre IT – zum Beispiel Webseiten – für kleine Firmen gemacht. Als er schliesslich Teil eines IT-Projekts der Credit Suisse in Zürich war, wurde ihm klar, in diesem Bereich noch einen Abschluss machen zu wollen. «Diese Leute dort haben mir vor Augen geführt, dass es gut wäre, hier noch eine Lehre zu machen. Sie sagten: ‹Du bist gut, kannst das, was du machst, und bist zuverlässig. Aber am Ende des Tages bist du in der Nahrungskette als Ungelernter immer ganz unten›.»

Die Suche nach einer Informatiklehrstelle gestaltete sich dann aber schwieriger als gedacht, weil diese zum einen sehr gefragt waren und zum anderen, weil Fabian Elser kein direkter Schulabgänger mehr war. «Deshalb habe ich mich entschieden, die Ausbildung zum Informatiker auf dem schulischen Weg bei der Benedict Schule zu machen.» Dann, nach zweieinhalb Jahren Schule, stand das erste Praktikum an, das er bei Keel + Frei absolvierte. Dies markierte für Elser den Beginn einer langen Karriere bei dem Systemhaus. «Nach dem Praktikum durfte ich direkt die Technikleitung übernehmen, weil ich eben kein IT-Neuling mehr war. Danach habe ich dort fast jede Rolle einmal innegehabt, bis ich die Firma am Schluss gekauft habe.» (abr)


Zwischenstopp im Tirol

Bis es aber so weit war, passierte noch einiges. So besuchte der leidenschaftliche Hobbyfussballer etwa ein Turnier im Tirol und lernte dort seine heutige Frau kennen. «Nach ein paar Jahren Fernbeziehung habe ich mich dazu entschieden, ins Tirol zu ziehen und dort bei einer kleinen IT-Bude in Wildschönau als System Engineer anzuheuern.» Auf Dauer wurde Fabian Elser dort aber nicht glücklich – «ich erfüllte, ganz zu meinem Erstaunen, jedes Schweizer Klischee und lernte richtig zu schätzen, was wir hier haben». So konnte er sich etwa mit der dort vorherrschenden Arbeitsmentalität nicht anfreunden. «Ich habe nicht verstanden, wie man eine Viertelstunde zu spät an einen Termin kommt.» Ebenfalls Mühe bereitete ihm, dass er sich in gewissen Bereichen bevormundet fühlte. Als er sich etwa einer Kreuzband-Operation unterzog, musste er dies bei der Tiroler Gebietskrankenkasse anmelden, denn: Im Gegensatz zur Schweiz gibt es in Österreich keine freie Krankenkassenwahl. «Als ich dort ankam, war der Schalter für die Nachnamen A bis E nicht besetzt, weshalb ich zu einem anderen Schalter ging. Dort hat man mir gesagt, dass ich mich wieder hinsetzen und warten muss, bis der Schalter A bis E öffnet.» So zogen er, seine Frau und ihr erster Sohn 2010 zu dritt zurück in die Schweiz und Fabian Elser heuerte wieder als Technikleiter bei Keel + Frei an – mit dem Plan, die Firma irgendwann zu übernehmen. Die nächsten zehn Jahre arbeitete er auf dieses Ziel hin, absolvierte eine betriebswirtschaftliche Weiterbildung, leitete ab 2016 die Geschäfte und kaufte 2019 schliesslich das Unternehmen, das er in KF Data umbenannte.

Doch dann der Schock: Wähnte er sich am Ziel seiner Träume, stellte sich die grosse Freude nicht ein. «Es war soweit, die Firma gehörte mir – und dann kam Corona und damit die Zeit zum Nachdenken. Es brauchte eine Weile, mir das einzugestehen, aber ich hatte zehn Jahre hart auf etwas hingearbeitet, worauf ich nach so langer Zeit eigentlich überhaupt keine Lust mehr hatte», gibt Fabian Elser unumwunden zu. Dabei sei es einfacher gewesen, sich das selbst einzugestehen – schwieriger war es gegenüber Frau und den mittlerweile zwei zehn und zwölf Jahre alten Kindern. «Ich habe die letzten zehn Jahre sehr viel gearbeitet. Die Familie, auch wenn sie mich immer unterstützt hatte, musste schon ein bisschen unter diesem Ziel leiden. Und nun kam ich zu der Erkenntnis, dass ich das gar nicht will.» (abr)


Fussball und Barbecues

Also engagierte Fabian Elser einen Berater, der ihm half, KF Data so rasch wie möglich zu verkaufen. Am 1. Oktober 2021 schliesslich ging KF Data an Harzl ICT über. Wie es der Zufall so wollte, wurde er mitten im Verkaufsprozess durch Volker Lang – Co-CEO von Ebertlang, den er 2016 bei einer Konferenz in Nashville kennengelernt hatte – angesprochen. «Mein ursprünglicher Plan wäre es eigentlich gewesen, mal ein halbes Jahr Pause zu machen, schliesslich aber habe ich im November 2021 als Managing Director für die Schweiz bei Ebertlang angefangen.» Und nach einem Jahr kann er nun bilanzieren: «Ich bin sehr glücklich, wo ich heute bin.»

Entsprechend ist es sein berufliches Ziel, Ebertlang in der Schweiz weiterzubringen. Ein bisschen anders sieht einer seiner Träume aus. Gerne möchte er irgendwann eine Besenbeiz eröffnen. «Dann lege ich am Abend etwas auf den Smoker und kann am nächsten Tag einfach Gastgeber sein. Aber dieser Traum wird sich, wenn dann ergeben. Das ist kein Ziel, auf das ich hinarbeite.» Bereits jetzt, auch ohne eigene Besenbeiz, sind Kochen und Barbecues seine Welt. «Mir gefällt, was man aus einem Stück Fleisch, das nicht als super angeschaut wird, mit ein bisschen Wärme und viel Zeit und Rauch machen kann. Das entschleunigt.»

Daneben verbringt Fabian Elser einen Grossteil seiner Freizeit auf oder neben dem Fussballplatz. «Nach elf Knie-Operationen kann ich leider nicht mehr selbst Fussball spielen, also bin ich jetzt Trainer der zweiten Mannschaft des FC Montlingen. Das Vereinsleben, das Zusammensein auf dem Fussballplatz und das Spiel selbst sind mir sehr wichtig.» Mit dieser Begeisterung hat er auch seine zwei Söhne angesteckt, weshalb das Leben der Familie am Wochenende primär auf dem Fussballplatz stattfindet. «Es ist oftmals so, dass ich am Samstagmorgen um 8 Uhr aus dem Haus gehe, den Match vom Kleinen schaue, dann zu einem anderen Platz laufe, um wiederum das Spiel des Grossen zu sehen, am Nachmittag mit meiner eigenen Mannschaft an der Linie stehe und am Sonntag dann noch das Spiel der 1. Mannschaft schaue. Das ist mein Ausgleich zur Arbeit.»

Daneben hat er in den letzten Jahren das Reisen für sich entdeckt – etwas, das in der Jugend zu kurz kam. In den letzten Sommerferien beispielsweise war die Familie vier Wochen auf einer Rundreise durch Kalifornien, Nevada, Utah und Arizona. «Ich fühle mich privilegiert, dass ich so vieles machen kann. Gleichzeitig bin ich aber ein echtes Landei und der zufriedenste Mensch, wenn ich an einem Dorffest oder an einem Fussballturnier mit meinen Freunden zwei, drei Biere trinken kann.» (abr)


Fabian Elser

Fabian Elser ist mit seinen Eltern und seinem älteren Bruder in Eschlikon aufgewachsen. Nach einer abgebrochenen Kochlehre absolvierte er bei der Benedict Schule in St. Gallen eine Informatiklehre, wo er im Rahmen eines Praktikums seinen künftigen Arbeitgeber Keel + Frei kennenlernte. Dort verbrachte er schliesslich – abgesehen von einem dreijährigen Abstecher ins Tirol zu einem kleinen IT-Unternehmen – seine berufliche Karriere und hatte fast alle Funktionen einmal inne, bis er das Unternehmen 2019 übernahm und in KF Data umbenannte. Nach dem Verkauf der Firma wechselte er Anfang November 2021 als Managing Director zu Ebertlang Swiss. Der 41-Jährige lebt mit seiner Frau und den zwei Söhnen im sanktgallischen Oberriet. (abr)

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