Schweizer ICT-Unternehmen blicken optimistisch in die Zukunft

6. April 2014 - Die Stimmung in der Schweizer ICT-Branche ist so gut wie schon lange nicht mehr. Und auch die Laune in den eher angeschlagenen Branchen CE sowie Imaging, Printing und Finishing scheint sich wieder zu bessern. Nichtsdestotrotz macht den Unternehmen unter anderem der Fachkräftemangel und der Preiszerfall zu schaffen.

Der Wirtschaftsverband Swico liefert mit seinem ICT Index vierteljährlich eine Einschätzung der wirtschaftlichen Entwicklung des einheimischen IT-Markts. Dazu werden jeweils zahlreiche Unternehmen aus den Branchen ICT, CE sowie Imaging, Printing und Finishing (IPF) hierzulande nach ihren Erwartungen für das kommende Quartal im Vergleich zum tatsächlichen Geschäftsverlauf im entsprechenden Vorjahresquartal befragt.
Die aktuelle Umfrage für das zweite Quartal 2014 ergibt für die Schweizer ICT-, CE- und IPF-Branchen zusammen einen Indexwert von 109,1 Punkten und bewegt sich damit auf dem Niveau des Vorquartals, als der Index 109 Punkte betrug. Innert Jahresfrist hat sich die Stimmung allerdings um 2,4 Punkte verbessert. Zudem war die Stimmung über alle Branchen gesehen letztmals im dritten Quartal 2012 besser, als der Index 110,1 Punkte betrug.
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Unterteilt nach Branchen zeichnet sich derweil ein etwas anderes Bild. So liegt die Laune im ICT-Bereich, der IT-Technology, IT-Services, Software und Consulting erfasst, zusammen über dem Durchschnitt und beträgt 113,5 Punkte, während die CE-Branche mit 101,4 Punkten und die Sparte Imaging, Printing und Finishing (IPF) mit 99,2 Punkten deutlich pessimistischer gestimmt sind. Zudem liegt die IPF-Sparte mit einem Wert unter 100 noch immer im negativen Bereich, wenn auch nur noch knapp. Im Vergleich zum Vorquartal sowie zum zweiten Quartal 2013 konnten sich die beiden Bereiche aber massiv steigern. Die grösste Spannweite weist dabei der Bereich IPF auf, dessen Index sich im ersten Quartal 2014 noch auf 84,6 Punkte belief und heuer 99,2 Punkte (+14,6 Punkte) beträgt. Und die CE-Sparte schaffte es innert eines Quartals von einer negativen in eine leicht positive Einschätzung der Lage, belief sich der Indexwert im ersten Quartal 2014 doch noch auf 94,9 Punkte, während er für das zweite Quartal 2014 101,4 Punkte beträgt.
Doch wie sieht die Lage aus, wenn man alle Segmente separat betrachtet? «Swiss IT Reseller» hat die Ergebnisse des Swico ICT Index für das zweite Quartal 2014 nach Tätigkeitsfeldern unterteilt analysiert und bei ICT-, CE- und IPF-Unternehmen nachgefragt, wie die Stimmung ist.
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IT-Technologie


Der Index für das Segment IT-Technologie, also Hersteller und Vertreiber von IT-Technologien (Hardware), beträgt für das zweite Quartal 2014 106,6 Punkte. Damit ist die Stimmung in diesem Bereich nach wie vor deutlich positiv, allerdings weniger zuversichtlich als noch im ersten Quartal dieses Jahres als der Indexwert 113,3 Punkte betrug, aber optimistischer als im zweiten Quartal 2013 mit einem Indexwert von 105,5 Punkten. Zudem liegt der Indexwert von 106,6 Punkten unter dem Durchschnittswert über alle Branchen gesehen, der sich auf 109,1 Punkte beläuft. Und schliesslich hat der Bereich IT-Technologie mit einem Minus von 6,7 Punkten innert Quartalsfrist über alle Branchen gesehen am meisten Indexpunkte verloren.
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Sales Pipeline legt zu


Positiv eingeschätzt wird derweil die Auftragslage. So gehen die befragten Unternehmen bei der Sales Pipeline davon aus, dass sich die Auftragslage im zweiten Quartal 2014 im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresquartal durchschnittlich um 6 Prozent verbessern wird. In der Sales Pipeline befinden sich Projekte, die mit hoher Wahrscheinlichkeit akquiriert werden können, bei welchen aber der Vertrag noch nicht unterzeichnet ist.
Weniger zuversichtlich zeigen sich die Firmen beim Auftragseingang. Ging man im ersten Quartal des laufenden Jahres noch von einem Wachstum um 6,9 Prozent aus, so wird aktuell lediglich noch eine Zunahme um 3,6 Prozent erwartet. Schwach soll sich im zweiten Quartal 2014 auch der Wert des Auftragsbestandes entwickeln. So sagen die befragten Unternehmen lediglich ein Wachstum um 1,3 Prozent voraus, während zu Jahresbeginn noch eine Zunahme von 5,9 Prozent erwartet wurde. So erstaunt es wenig, dass die IT-Technologie-Unternehmen die Akquise neuer Projekte und Kunden als herausfordernd bezeichnen. Positiver schätzt Jörg Sachers, Head of Strategy and Operations bei HP Schweiz, derweil die Lage ein: «Nach einem soliden ersten Quartal zeigt auch das zweite Quartal eine gute Entwicklung der Auftragslage. Die frühzeitige Ausrichtung unserer weltweiten Strategie auf die Bereiche Big Data, Cloud, Mobility und Security trägt nun Früchte. Dabei spielt sicher auch das zurückgewonnene Vertrauen in die Gesamtkonjunktur eine Rolle.»
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Mehr Vakanzen bei Fachkräften


Mit einem Plus von lediglich 0,9 Prozent wird sich die Zahl der Beschäftigten im IT-Technologie-Sektor im zweiten Quartal nur wenig verändern. Damit liegen die Erwartungen für das aktuelle Quartal auf Höhe der Prognose für das erste Quartal 2014, als ebenfalls eine Steigerung der Beschäftigtenzahl von 0,9 Prozent prognostiziert wurde.
Trotz einer minimen Erhöhung der Mitarbeiterzahl im zweiten Quartal 2014 soll die Zahl der Vakanzen bei Fachkräften in diesem Zeitraum zunehmen und zwar um 2,2 Prozent. So erstaunt es wenig, dass die IT-Technologie-Unternehmen hierzulande die Suche nach geeigneten Fachkräften als aktuell grösste Herausforderung identifizieren. Diese Einschätzung teilt auch Sachers von HP: «Fachkräftemangel ist in diesem, sich sehr schnell verändernden Umfeld, ein grosses Thema.» Zudem sehe man, dass die eigenen IT-Spezialisten immer mehr mit unternehmensstrategischen Fragestellungen konfrontiert würden. «Insbesondere Fachkräfte, die auf entsprechendem Niveau strategische IT-Lösungen diskutieren können, sind nicht leicht zu finden», so Sachers. Und auch bei IBM Schweiz weiss man, dass Fachkräfte gesucht sind. «Die Nachfrage nach gut ausgebildeten IT-Fachkräften bleibt hoch – gerade auch in Wachstumsbereichen wie Analytics, Mobile Computing oder auch im Cloud-Umfeld. Das sehen wir bei uns im Unternehmen, aber auch täglich in unseren Kundenprojekten», erklärt Werner Stocker, Leiter Systems & Technology Group bei IBM Schweiz. IBM engagiere sich deswegen seit langem intensiv in der Aus- und Weiterbildung.
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Eine weitere Herausforderung ist laut Sachers von HP der schnelle Wandel in der IT: «Die erhöhte Mobilität der Mitarbeitenden, Cloud Computing, das exorbitante Datenwachstum und die zunehmenden Sicherheitsbedrohungen stellen Unternehmen vor grosse Herausforderungen, die sie mit traditioneller IT nicht bewältigen können.» Entsprechend stünden die Themen Big Data, Mobility, Security und Cloud ganz oben auf der Agenda. Mit dieser Einschätzung einverstanden ist man bei IBM. So meint Stocker: «Kunden gewinnen mit fortschreitender Digitalisierung an Einfluss und Unternehmen richten ihre Technologien und Prozesse konsequent auf sie aus. Zeitgemässe Kundeninterkation ist heute der wichtigste Schritt zu einem smarten Unternehmen. Technologien wie Big Data Analytics, Cloud, Mobile und Social Business bilden die idealen Rahmenbedingungen hierfür.»
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Preise und Bruttomargen sinken


Auch wenn der Umsatz im Bereich IT-Technologie nach wie vor auf Wachstumskurs ist, so ist die erwartete Zunahme im zweiten Quartal mit 3,2 Prozent doch mehr als die Hälfte geringer als im ersten Quartal dieses Jahres, als die Unternehmen ein Umsatzplus von 6,7 Prozent prognostizierten. Bei HP rechnet man laut Sachers hingegen damit, dass das zweite Quartal 2014 ebenso gut wird wie das erste. Gar negativ eingeschätzt werden aktuell die Entwicklungen der Bruttomarge und der Preise. So wird die Bruttomarge um 0,6 Prozent abnehmen, während im ersten Quartal 2014 noch eine Zunahme von 1,6 Prozent erwartet wurde. Nicht teilen kann Sachers von HP die negative Einschätzung bezüglich Bruttomarge für das zweite Quartal 2014: «Mit der Ausrichtung auf Mobility, Cloud, Big Data und Security kann HP die Unternehmen optimal in ihrer IT-Transformation unterstützen. Wir sind deshalb sehr gut positioniert und blicken positiv in die Zukunft.»
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Die erwartete Preisentwicklung für das zweite Quartal 2014 wird mit einem Minus von 0,6 Prozent bewertet. Somit rechnet die IT-Technologie-Branche weiterhin mit einem Preiszerfall, wenn auch in geringerem Ausmass als noch im ersten Quartal 2014, als ein Minus von 2,1 prognostiziert wurde. Zudem ist der Preisrückgang um lediglich 0,6 Prozent der beste Wert für diesen Indikator über alle Branchen gesehen. Nichtsdestotrotz beurteilen die IT-Technologie-Unternehmen den Kosten- und Preisdruck als herausfordernd. Erhöhen sollen sich im zweiten Quartal 2014 zudem die Betriebskosten und zwar um 2 Prozent. Damit wird hier ein stärkeres Wachstum erwartet als im Vorquartal, wo ein Plus von 0,8 Prozent prognostiziert wurde.
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Konjunktur knapp positiv bewertet


Wenn auch nur knapp, so liegen die Erwartungen der konjunkturellen Entwicklung für das zweite Quartal 2014 im positiven Bereich. Die Unternehmen hierzulande gehen demnach davon aus, dass die Konjunktur um 0,4 Prozent anziehen wird. Damit zeigen sie sich – wenn auch nur knapp – optimistischer als im ersten Quartal des laufenden Jahres, als man von einem Plus von 0,1 ausgegangen ist. Zunehmen wird zudem die Investitionstätigkeit. Diese wird heuer voraussichtlich um 3,3 Prozent zulegen, während für das erste Jahresviertel noch eine Steigerung um 2,6 Prozent erwartet wurde.
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Software


Während sich die Stimmung im Segment IT-Technologie innert Quartalsfrist verschlechtert hat, hält die gute Laune der Software-Implementierer und -hersteller weiter an. Betrug der Indexwert zu Jahresbeginn 116,1 Punkte und lag damit deutlich im positiven Bereich, bewegt sich der Wert für das zweite Quartal 2014 mit 115,9 Punkten quasi auf demselben Niveau. Im Vergleich zur entsprechenden Vorjahresperiode ist die Stimmung gar um 1,9 Punkte besser. Und über alle Segmente des Swico ICT Index gesehen ist der Bereich Software zusammen mit dem IT-Services-Segment der einzige, der über dem Durchschnitts-Indexwert von 109,1 Punkten liegt.
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Höchster Auftragsbestand


Auch bei der Auftragslage zeigen sich die Software-Unternehmen hierzulande zuversichtlich. So weisen sie bei der Sales Pipeline und beim Wert des Auftragsbestandes die höchsten Werte über alle Segmente des aktuellen Index auf. Die Sales Pipeline soll im Software-Segment im zweiten Quartal 2014 voraussichtlich um 7,9 Prozent zunehmen und das Plus beim Wert des Auftragsbestandes wird 6,2 Prozent betragen. Bei Sage Schweiz teilt man diese Einschätzung. «Insgesamt haben wir im vergangenen Jahr rund 3000 Neukunden gewonnen. Zudem trägt der Wandel vom einfachen Lizenzverkauf hin zur ganzheitlichen Betreuung mit Wartungs- und Supportvertragsleistungen seine Früchte. Dadurch ist unsere Abhängigkeit gegenüber einer allfälligen schwankenden Auftragslage gering», erklärt Jean-Jacques Suter, CEO von Sage Schweiz. Ebenfalls erhöhen wird sich der Auftragseingang und zwar laut Prognose um 5,3 Prozent. Damit liegt die Voraussage massiv über derjenigen des Vorquartals. Dennoch wird die Akquise neuer Projekte und Kunden als herausfordernd eingeschätzt.
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Mehr Mitarbeiter


Der Personalbestand wird im zweiten Quartal 2014 gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal voraussichtlich um 2,1 Prozent zulegen. Damit liegt die aktuelle Einschätzung aber unter derjenigen des ersten Quartals des laufenden Jahres, als damit gerechnet wurde, dass sich die Zahl der Beschäftigten um 3,2 Prozent erhöhen wird.
Zunehmen werden aktuell auch die Vakanzen bei den Fachkräften. So gehen die Unternehmen im Softwaresegment davon aus, dass sie im zweiten Quartal 2014 2 Prozent mehr freie Stellen für Fachkräfte haben werden. Dieser Wert liegt über den Zahlen für das Vorquartal, als man von einem Wachstum um 1 Prozent ausging. So überrascht es denn wenig, dass die IT-Software-Anbieter wie bereits die IT-Technologie-Unternehmen die Suche nach Fachpersonal als grösste Herausforderung bezeichnen. Suter von Sage Schweiz betont etwa: «Als innovatives Software-Unternehmen, welches von 200 Mitarbeitenden rund 60 Personen in der Entwicklung beschäftigt, sind wir stark auf gut ausgebildete Fachkräfte angewiesen. Wir spüren den Mangel deshalb vor allem dann, wenn wir einen geeigneten Software-Entwickler suchen.» Aktuell seien bei Sage Schweiz sechs Stellen in unterschiedlichen Unternehmensbereichen vakant.
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Von Seiten Red Hat heisst es derweil, dass eigentlich alle Unternehmen aus der IT-Branche über Fachkräftemangel klagen – sowohl für die technischen als auch für die vertrieblichen Positionen. «Die IT ist eine Zukunftsbranche, die durch Bildungsinvestitionen mehr als bislang gefördert werden müsste. Red Hat expandiert in der Schweiz und will weiter wachsen, aktuell gibt es bei uns vier offene Stellen», so Leonard Bodmer, Country Manager von Red Hat Switzerland. Als weitere Herausforderung identifiziert der Schweizer Länderchef zudem die Cloud, die hierzulande noch nicht so stark verbreitet ist wie in anderen europäischen Ländern. «Viele Unternehmen scheinen von den Vorteilen der Cloud, beispielsweise niedrige Investitionskosten und eine bessere Reaktionsfähigkeit bei neuen Herausforderungen, noch nicht überzeugt. Das wird sich unseres Erachtens aber schon bald ändern. Die Projektentscheide sind hier nur aufgeschoben», so Bodmer. Und Suter von Sage will die sinnvollen Vorteile der Cloud erfolgreich mit der von den Kunden geforderten Sicherheit und Zuverlässigkeit verbinden, um mobileres und produktiveres Arbeiten zu ermöglichen.
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Steigende Bruttomarge


Bezüglich Umsatz rechnen die Software-Unternehmen hierzulande im zweiten Quartal 2014 mit einem kräftigen Wachstum um 5,6 Prozent. Damit liegen die Erwartungen minim unter denjenigen zu Beginn des Jahres, als eine Zunahme von 6 Prozent prognostiziert wurde. Ebenfalls steigen, wenn auch in geringerem Ausmass als der Umsatz, werden heuer die Bruttomarge und die Betriebskosten. Allerdings bewegt sich das Plus bei der Bruttomarge mit 1,9 Prozent unter dem Wert des Vorquartals, als eine Steigerung um 2,4 Prozent erwartet wurde. Die Betriebskosten werden um 0,9 Prozent zunehmen, also leicht geringer als im ersten Quartal 2014, als es 1,1 Prozent waren.
Negativ entwickeln soll sich wie auch im Sektor IT-Technologie der Preis. Nach einer erwarteten leichten Erhöhung der Preise um 0,4 Prozent im ersten Quartal 2014 wird für das Folgequartal nun ein Minus von 1,4 Prozent vorausgesagt.
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Konjunktur zieht an


Optimismus herrscht bei den Software-Unternehmen bezüglich Investitionstätigkeit im zweiten Quartal 2014. So wird erwartet, dass 3,7 Prozent mehr investiert wird. Im ersten Quartal des Jahres wurde bei der Investitionstätigkeit zum Vergleich eine Zunahme um 1,9 Prozent prognostiziert. Ebenfalls zuversichtlich, wenn auch nicht ganz so stark wie bei den Investitionen, geben sich die Firmen bezüglich der konjunkturellen Entwicklung. Diese wird sich voraussichtlich um 0,5 Prozent verbessern und damit leicht mehr als im ersten Quartal 2014 mit 0,3 Prozent. Mit dem Wert von plus 0,5 Prozent, den nebst den Software-Anbietern nur noch die IT-Dienstleister erwarten, sind diese beiden Segmente bezüglich der konjunkturellen Entwicklung am positivsten – wenn auch nur mit sehr geringem Abstand zu den meisten anderen Bereichen, die mit einer Verbesserung um 0,4 Prozent rechnen. Auch bei Sage Schweiz geht man davon aus, dass sich die Software-Branche weiterhin positiv entwickeln wird, da das Wachstum stark mit der Entwicklung des BIP korreliere. Und Suter ergänzt: «Aus den vergangenen Jahren besteht zudem in Bezug auf Investitionen in IT beziehungsweise Software ein Nachholbedarf.» Er gibt aber auch zu bedenken, dass die wirtschaftlichen Auswirkungen der Annahme der Einwanderungsinitiative noch unklar seien. «Diese bringt neue Unsicherheiten in den Markt und kann sich negativ auf Investitionsentscheide, sprich IT-Projekte, auswirken», so der Sage-Schweiz-CEO. Weniger optimistisch ist man bei Red Hat. «Aktuell wird vielerorts an der IT gespart und neue Projekte kommen nur stockend voran», berichtet Bodmer. Die IT-Anbieter müssten den Kunden daher innovative und kaufmännisch überzeugende Lösungswege aufzeigen.
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IT-Services


Ist die Stimmung bei den Software-Unternehmen bereits gut, so ist sie bei den Firmen, die hierzulande IT-Services anbieten, noch besser und über alle Branchen gesehen sogar am besten. Der Indexwert für das zweite Quartal 2014 beträgt stolze 119,3 Punkte, während es im ersten Quartal noch 117,2 Punkte waren. Und im Vergleich zum zweiten Quartal 2013 liegt der Index heuer gar um 5,5 Punkte höher. Letztmals übertroffen wurde der aktuelle Indexwert von 119,3 Punkten im dritten Quartal 2011, als er sich auf 123,6 Punkte belief.
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Auftragslage


Bei der Sales Pipeline erwarten die IT-Services-Anbieter ein starkes Wachstum um 6,8 Prozent im Vergleich zum zweiten Quartal 2013. An den hohen Erwartungswert des Vorquartals, als eine Zunahme von 8,3 Prozent prognostiziert wurde, kommt die aktuelle Prognose allerdings nicht heran. Übertroffen werden aber die bereits hohen Erwartungen im Vorquartal bezüglich des Auftragseingangs. Gingen die IT-Dienstleister dazumal von einem Plus von 5,7 Prozent aus, wird heuer mit einer Steigerung um 7 Prozent gerechnet. So erwartet etwa Hansjörg Süess, CEO von Adesso Schweiz: «Die Auftragslage wird sich weiter verbessern und im zweiten Quartal 2014 über dem ersten Quartal 2014 liegen und ganz bestimmt über dem zweiten Quartal 2013. Adesso Schweiz konnte noch im letzten Jahr einige Grossaufträge gewinnen, daher die erfreuliche Situation.» Und auch bei Bison IT Services geht man von einer positiven Entwicklung der Auftragslage aus. CEO Oliver Schalch erklärt: «Bezüglich Auftragslage rechnen wir auch im zweiten Quartal 2014 mit einer Zunahme um 5 bis 10 Prozent.» Immerhin mit einem stabilen Auftragseingang sowohl im Vorjahresvergleich als auch im Vergleich zum zweiten Quartal 2014 rechnet man derweil bei Swisscom Enterprise Customers. Urs Lehner, Head of Sales & Marketing beim Swisscom-Geschäftsbereich Enterprise Customers, gibt zu Protokoll: «Die Auftragslage für das zweite Quartal 2014 stimmt uns positiv.»
Der Wert des Auftragsbestandes soll sich derweil im zweiten Quartal um 4,9 Prozent erhöhen, und liegt somit unter den geschätzten plus 5,4 Prozent im ersten Quartal des Jahres.
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Mehr Personal, mehr Vakanzen


Während der Personalbestand im zweiten Quartal 2014 voraussichtlich um 3,2 Prozent zunehmen wird, wird auch die Zahl der Vakanzen bei Fachkräften ansteigen und zwar um 3,7 Prozent. Damit liegt die Prognose für die Vakanzen bei Fachkräften höher als noch im ersten Quartal 2014, als man von einer Zunahme um 3,3 Prozent ausging. Wie bei den Unternehmen in den Sektoren IT-Technologie und Software wird folglich auch bei den IT-Dienstleistern der Personalmangel als grösste Problematik genannt. Diese Einschätzung teilt Süess von Adesso Schweiz. Die aktuell grösste Herausforderung sei es, genügend qualifiziertes Personal zu finden, um weiterhin eine qualitativ hochstehende Abwicklung der Aufträge garantieren zu können. «Das wird Adesso Schweiz das ganze Jahr 2014 beschäftigten», so Süess. Man rekrutiere mit Hochdruck, wobei aktuell über acht Stellen offen seien. Ins selbe Horn bläst Lehner von Swisscom Enterprise Customers: «Das Finden, Halten und Entwickeln von qualitativ exzellenten Fachkräfte ist und bleibt eine zentrale Herausforderung unserer Branche.» Zudem würden die Anforderungen an die Mitarbeitenden mit der zunehmenden Konvergenz verschmelzen. «Sie müssen vermehrt ganzheitlich über die gesamte ICT-Wertschöpfungskette denken und agieren», so Lehner. Aktuell seien vor allem Experten in zukunftsgewandten Themenbereichen wie Cloud und im umkämpften SAP-Markt gesucht.
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Auch Schalch von Bison IT Services betont, dass es immer herausfordernd sei, Top-Leute zu gewinnen. Aber: «Immerhin konnten wir in den letzten Monaten die Zahl der Vakanzen reduzieren.» Aktuell seien neun Stellen offen. Als grösste Herausforderung für sein Unternehmen bezeichnet Schalch aber das sehr kompetitive Umfeld in der Schweizer IT-Branche. Entsprechend müsse man die eigene Effizienz laufend verbessern.
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Optimistisch bezüglich Umsatz


Das erwartete Umsatzwachstum für das zweite Quartal 2014 wird mit 6,1 Prozent beziffert und deckt sich damit mit der Prognose für das erste Quartal 2014. Verglichen mit den Umsatzerwartungen der restlichen Branchen ist die erwartete Steigerung um 6,1 Prozent mit Abstand die beste Einschätzung für das eben gestartete Quartal. Bei Bison IT Services rechnet man damit, dass der Umsatz im zweiten Quartal 2014 über demjenigen im ersten Quartal 2014 und im zweiten Quartal 2013 liegen wird. Schalch begründet diese Einschätzung folgendermassen: «Insbesondere konnten Ende 2013 mehrere Outsourcing-Verträge gewonnen werden, die im zweiten Quartal in den Betriebsmodus übergehen.» Auch bei Adesso Schweiz geht man davon aus, dass der Umsatz im zweiten Quartal 2014 über demjenigen des Vorquartals und des Vorjahresquartals liegen wird. «Nebst den neuen Kunden sind auch die bestehenden Kunden mit neuen Aufträgen an uns herangetreten, was die Umsatzerwartung ebenfalls hebt», erklärt Süess diese Einschätzung.
Etwas zurückhaltender ist man bei Swisscom. «Wir erwarten, bereinigt um saisonale Effekte, eine weiterhin stabile Umsatzentwicklung», so Lehner. Ebenso soll sich die Margensituation stabil entwickeln. Und auch Schalch von Bison IT Services zeigt sich bezüglich der Bruttomarge eher zurückhaltend: «Sie bleibt bestenfalls gleich – sowohl bezogen auf 2013 wie auch auf das erste Quartal 2014.»
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Folglich teilen Swisscom Enterprise Customers und Bison IT Services die Einschätzung des Swico ICT Index nicht, bei welchem davon ausgegangen wird, dass die Bruttomarge im zweiten Quartal 2014 im Vergleich zum Vorjahr um 2,2 Prozent zulegen wird. Damit zeigen sich die IT-Services-Anbieter auch bei diesem Indikator über alle Branchen gesehen am optimistischsten. Im Vorquartal lag die Prognose noch bei plus 1,4 Prozent.
Bei Adesso glaubt man, dass man die Bruttomarge gerade in den höherwertigen Dienstleistungen wird halten können – «obwohl der Kostendruck, auch aufgrund der Near- und Offshore-Anbieter, nach wie vor sehr hoch ist». Daher setze man seit einiger Zeit früher im Software-Entwicklungszyklus an und baue den Bereich der Beratung konsequent aus. «Dies wirkt sich generell positiv auf die Bruttomarge aus», so Süess.
Negativ entwickeln dürften sich hingegen einmal mehr die Preise. Der prognostizierte Wert von minus 0,8 Prozent liegt unter demjenigen zu Jahresbeginn, wo man mit einer flachen Entwicklung der Preise gerechnet hat. Die Preise entwickeln sich also weiterhin rückläufig und der Preisdruck und die -entwicklung werden von den Unternehmen wenig überraschend als herausfordernd beurteilt.
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Weniger Investitionen


Wenn auch die Erwartungen zur Investitionstätigkeit im IT-Services-Sektor im Vergleich zum ersten Quartal 2014 um 2,5 Prozent auf 5,5 Prozent gesunken sind, so liegen sie nach wie vor deutlich im positiven Bereich. Wenig Bewegung gibt es derweil bei der konjunkturellen Entwicklung. Diese verläuft mit einer erwarteten Steigerung von 0,5 Prozent im zweiten Quartal weiterhin beinahe flach – aber im positiven Bereich –, wurde doch im Vorquartal ebenfalls eine Zunahme von 0,4 Prozent vorausgesagt. Schalch von Bison IT Services geht von einem leicht positiven Trend aus, «basierend auf der Einschätzung durch unsere Kunden und den Wirtschaftsprognosen von MSM und Swico». Lehner von Swisscom Enterprise Customers urteilt derweil: «Das Preis- und Margengefüge in der ICT-Branche bleibt weiterhin stark unter Druck. Die Treiber sind Innovation, Konvergenz und eine grosse Marktdynamik. Gleichzeitig stellen die Kunden erhöhte Erwartungen an die Leistungserbringung.»
Laut Süess von Adesso sei der IT-Investitionsstau mittlerweile so hoch, dass neue IT-Projekte unausweichlich werden, was sich positiv auf die Branche auswirke. Aber auch die Themen Mobilisierung, Agilität und Elastizität seien Themen, «die vor allem ab dem zweiten Quartal 2014 Einzug in die Unternehmen halten werden und somit die konjunkturelle Ausgangslage für IT-Dienstleister ab diesem Zeitpunkt hoffnungsvoll erscheinen lassen».
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Consulting

Auch wenn die Stimmung im Consulting-Bereich nach wie vor gut ist, ist sie doch weniger positiv als noch zu Beginn des Jahres. So sank der Indexwert innert Quartalsfrist um 5 Punkte auf aktuell 103,9 Punkte. Dieser Wert liegt auch unter dem Index des zweiten Quartals 2013 – wenn nur minim –, der 104,1 Punkte betrug, sowie unter dem Durchschnittswert über alle Branchen hinweg von 109,1 Punkten.

Kundenakquise ist herausfordernd
Sowohl die Sales Pipeline als auch der Auftragseingang und der Wert des Auftragsbestandes werden im zweiten Quartal 2014 laut Prognose der IT-Consulting-Unternehmen zunehmen. So wird bei der Sales Pipeline ein Plus von 3,4 Prozent erwartet, womit die Prognose höher ist als im ersten Quartal 2014.
Der Auftragseingang hingegen wird gemäss den Erwartungen um 2,1 Prozent wachsen, aber damit nicht im gleichen Ausmass wie im ersten Quartal 2014, als ein Plus von 4,3 Prozent prognostiziert wurde. So wird denn auch die Akquise neuer Kunden und Projekte als besonders herausfordernd bezeichnet. Bei Accenture beurteilt man die Auftragslage allerdings positiv. «Die Auftragseingänge im Vergleich zum Vorjahr als auch zum letzten Quartal sind höher», erklärt Renata Cavegn, Head of Marketing & Communication bei Accenture.
Etwa auf dem Niveau der Erwartungen im ersten Quartal 2014 bewegt sich derweil die Voraussage für die Entwicklung des Wertes des Auftragsbestandes. Dieser soll im zweiten Quartal 2014 demnach um 1,4 Prozent zulegen, während im ersten Jahresviertel ein Plus von 1,3 Prozent vorausgesagt wurde.
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Mehr freie Stellen für Fachkräfte


Auch wenn der Personalbestand im zweiten Quartal 2014 voraussichtlich um 1,8 Prozent zunehmen wird, erhöht sich auch die Zahl der Vakanzen bei den Fachkräften und zwar um 2,6 Prozent. Damit ist die Erwartung an das Personalwachstum kleiner als im ersten Quartal. Bei den Fachkräften wurde zu Jahresbeginn derweil eine Zunahme von 1,2 Prozent prognostiziert – deutlich weniger also als aktuell. Wenig überraschend bezeichnen denn auch die im Consulting tätigen IT-Unternehmen die Rekrutierung von geeignetem Fachpersonal als grösste Herausforderung. Diese Aussage unterstützt auch Cavegn von Accenture: «Drei grosse Themen beschäftigen uns und werden auch 2014 unser Hauptaugenmerk haben: Personalsuche, Nachwuchsförderung und der langsame Arbeitsgenehmigungsprozess.»
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Rückläufige Bruttomarge


Laut Einschätzungen der Consulting-Unternehmen hierzulande wird der Umsatz im zweiten Quartal des laufenden Jahres um 3,4 Prozent zunehmen. Damit liegt die Voraussage unter den Erwartungen von Anfang Jahr, als ein Umsatzwachstum um 4,5 Prozent prognostiziert wurde. Negativ entwickeln wird sich im zweiten Quartal 2014 hingegen die Bruttomarge, soll sie doch um 2,1 Prozent abnehmen – der schlechteste Wert über alle Branchen gesehen. Bereits im ersten Quartal 2014 wurde ein Rückgang der Rentabilität prognostiziert – um 0,6 Prozent. Nicht geteilt wird diese Einschätzung von Cavegn von Accenture, geht das Beratungsunternehmen doch von einer stabilen Entwicklung der Bruttomarge aus. Ebenfalls weiter sinken wird das Preisniveau. So erwarten die IT-Consulting-Firmen einen Rückgang der Preise um 1,9 Prozent. Damit setzt sich ein Trend fort, der bereits vor einer Weile begonnen hat. Bereits im zweiten Quartal 2013 sowie auch im ersten Quartal 2014 rechneten die Unternehmen mit rückläufigen Preisen.
Derweil bewegen sich die Betriebskosten etwa auf dem Niveau des Vorjahres, rechnen die IT-Consulter doch mit einem Plus von lediglich 0,1 Prozent. Zu Jahresbeginn prognostizierten die Unternehmen noch eine Zunahme um 1,8 Prozent.
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Zurückhaltung bei der Konjunktur


Während bei der Investitionstätigkeit ein deutliches Wachstum um 3 Prozent prognostiziert wird und damit die Erwartungen des ersten Quartals (+1,3%) übertroffen werden, zeigen sich die IT-Consulting-Unternehmen bei der konjunkturellen Entwicklung zurückhaltender. Dort sagen sie lediglich ein Wachstum von 0,4 Prozent voraus. Immerhin liegen sie damit über den Prognosen für den Jahresbeginn, als ein Plus von 0,3 Prozent erwartet wurde. Einig mit dieser Einschätzung ist man bei Accenture, wo man ebenfalls von einer leicht positiven konjunkturellen Entwicklung für das zweite Quartal 2014 ausgeht.
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Consumer Electronics


Nach fünf Quartalen in Folge, in welchen die Stimmung in der Schweizer Consumer-Electronics (CE)-Branche negativ eingeschätzt wurde, schafft es der CE-Stimmungsindikator für das zweite Quartal 2014 erstmals wieder in den positiven Bereich – wenn auch nur knapp. So beläuft sich der Indexwert für die CE-Unternehmen hierzulande auf 101,4 Punkte, während er zu Jahresbeginn noch bei 94,9 Punkten lag und im zweiten Quartal 2013 94,1 Punkte betrug.
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Sales Pipeline im positiven Bereich


Während im ersten Quartal 2014 noch ein Rückgang der Sales Pipeline um 0,1 Prozent erwartet wurde, rechnen die CE-Unternehmen für das eben angebrochene Quartal mit einer Zunahme um 1,1 Prozent. Dasselbe Bild präsentiert sich beim Auftragseingang, wo heuer eine Steigerung um ebenfalls 1,1 Prozent erwartet wird, während zu Beginn des Jahres noch ein Minus von 0,1 Prozent prognostiziert wurde. Nicht ganz einig mit dieser Einschätzung ist man allerdings bei LG Electronics. «Die Auftragslage ist im zweiten Quartal eines Jahres traditionell etwas niedriger als im ersten Quartal. Dies hängt mit Jahresinvestitionen und Verschiebungen von Weihnachtsgeschäften ins neue Jahr zusammen», erklärt Frank Sander, Head of Marketing ISP bei LG Electronics. Er hält aber auch fest, dass generell keine deutlichen saisonalen Schwankungen mehr festzustellen sind. Und man rechne mit einer leichten Absatzsteigerung für das zweite Quartal 2014 im Vergleich zum selben Zeitraum 2013. Weiterhin negativ entwickeln wird sich der Einschätzung der CE-Unternehmen zufolge hingegen der Wert des Auftragsbestandes. Dieser wird im zweiten Quartal um 0,1 Prozent abnehmen. Damit liegt die aktuelle Prognose auf dem Niveau der Voraussage für das erste Quartal 2014, als ebenfalls ein Rückgang von 0,1 Prozent erwartet wurde.
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Mitarbeiterzahl nimmt ab

Die Unternehmen im Bereich Consumer Electronics rechnen als einzige für das zweite Quartal 2014 nicht mit einem Wachstum beim Personalbestand. Vielmehr werde sich dieser um 2,8 Prozent reduzieren. Bereits im ersten Quartal 2014 rechneten die CE-Unternehmen mit weniger Personal, allerdings in geringfügigerem Ausmass (-0,8%). Ebenfalls abnehmen werden im zweiten Quartal 2014 voraussichtlich die Vakanzen bei den Fachkräften, wenn auch nur minim um 0,4 Prozent. Fachkräftemangel ist denn etwa auch bei LG Electronics aktuell kein Thema, wie Sander zu Protokoll gibt.

Plus beim Umsatz, weniger Marge
Markant gestiegen sind die Erwartungen an die Umsatzentwicklung gegenüber dem ersten Quartal 2014. Rechneten die CE-Unternehmen zum Jahresbeginn noch mit einem Umsatzrückgang um 1,3 Prozent, sind sie heuer zuversichtlicher und prognostizieren beim Umsatz für das zweite Quartal ein sattes Plus von 3 Prozent. Weniger zuversichtlich zeigt sich hier, wie bereits bei der Auftragslage, LG Electronics, rechnet der CE-Spezialist doch für das zweite Quartal 2014 mit einem leichten Umsatzrückgang im Vergleich zum Jahresbeginn.
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Weniger positiv fallen zudem bei allen CE-Unternehmen die Einschätzungen zu Bruttomarge und Preis aus. So rechnen sie mit einem Rückgang der Bruttomarge um 2 Prozent. Damit deckt sich die aktuelle Erwartung in etwa mit derjenigen aus dem Vorquartal, als ein Minus von 1,8 prognostiziert wurde. Optimistischer ist hingegen die Einschätzung von Sander von LG: «Die Marge für Hersteller und Händler wird in den kommenden Monaten sukzessive ansteigen, da zunehmend hochwertigere Geräte nachgefragt werden. Das gilt sowohl für den B2C- als insbesondere auch für den B2B-Bereich.»
Der allgemein vorausgesagte Preiszerfall um 4,3 Prozent kommt indes wenig überraschend, wurden doch bereits im ersten Quartal 2014 rückläufige Preise um 3,3 Prozent erwartet. Mit dem voraussichtlichen Preisrückgang um 4,3 Prozent im zweiten Quartal 2014 zeigen sich die CE-Unternehmen denn auch am pessimistischsten über alle Branchen gesehen und identifizieren wenig überraschend den anhaltenden Preisdruck als grösste Herausforderung. Und schliesslich rechnet man im CE-Segment auch mit tieferen Betriebskosten im zweiten Quartal. Diese sollen sich um 2,3 Prozent reduzieren, während zum Jahresbeginn noch ein Minus von 1,4 Prozent erwartet wurde.
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Zuversicht bezüglich Konjunktur


Während die Einschätzungen bezüglich konjunktureller Entwicklung und Investitionstätigkeit im ersten Quartal 2014 noch relativ pessimistisch waren, zeigen sich die CE-Unternehmen nun zuversichtlicher. So wird die Konjunktur im zweiten Quartal 2014 voraussichtlich um 0,4 Prozent anziehen und die Investitionen werden sich um 2,3 Prozent erhöhen. Zum Vergleich: Im ersten Quartal 2014 rechneten die CE-Spezialisten bei der konjunkturellen Entwicklung noch mit einem Minus von 0,1 Prozent und bei der Investitionstätigkeit mit einer flachen Entwicklung. «Mit Hinblick auf die vielversprechenden Erwartungen im B2B-Geschäft, die ein Indikator für konjunkturelle Entwicklungen sein können, blicken wir positiv ins zweite Quartal 2014», betont denn auch Sander von LG Electronics. Er gibt aber auch zu bedenken, dass sich die Auftragslage nicht 1:1 auf konjunkturelle Schwankungen zurückführen lasse, dass viele Faktoren eine Rolle spielen würden und das Gesamtbild durch einzelne Grossaufträge verfälscht werden könne.
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Imaging, Printing und Finishing


Als einziges der sechs Segmente des Swico ICT Index ist die Stimmung in der Sparte Imaging, Printing und Finishing (IPF) negativ – wenn auch nur noch äusserst knapp. Der Indexwert für das zweite Quartal 2014 beläuft sich nämlich auf 99,2 Punkte. Zur Erinnerung: Bei Werten über 100 Punkten wird die Stimmung als positiv eingeschätzt. Beachtlich ist der aktuelle Indexwert von 99,2 Punkte allerdings im Vergleich zum Wert des Vorquartals, hat sich die IPF-Branche doch innert Quartalsfrist um satte 14,6 Punkte gesteigert und damit über alle Branchen mit Abstand am meisten zugelegt. Und auch verglichen mit dem Wert von 92,3 Punkten im zweiten Quartal 2013 entspricht das aktuelle Ergebnis einer Steigerung (+6,9 Punkte). Zum letzten Mal positiv war die Stimmung im IPF-Segment übrigens im dritten Quartal 2011 mit einem Indexwert von 105 Punkten.
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Positive Entwicklung der Auftragslage
Die Erwartungen an die Sales Pipeline sind im IPF-Segment stark gestiegen. So rechnen die Unternehmen für das zweite Quartal mit einer Zunahme der Sales Pipeline um 2,6 Prozent. Im ersten Quartal des Jahres hingegen erwartete man noch eine um 1,7 Prozent rückläufige Sales Pipeline. Ein ähnliches Bild zeichnet sich beim Auftragseingang. Hier prognostizieren die IPF-Anbieter aktuell eine Steigerung um 0,1 Prozent, während die Voraussage für das erste Quartal damals noch von einem Minus von 2,9 Prozent ausging. Und schliesslich fügt sich auch der Indikator «Wert des Auftragsbestandes» in das aktuelle Bild ein. Dieser wird sich laut Prognose im zweiten Quartal um 1,4 Prozent erhöhen. Zu Jahresbeginn wurde noch ein Rückgang um 4 Prozent prognostiziert. Bei Brother ist man mit dieser Einschätzung einverstanden. «Wir stellen eine positive Entwicklung der Auftragslage fest und erwarten auch für das nächste Quartal einen weiterhin positiven Trend. Gerade im SMB-Bereich, wo wir ein optimales Produkt- und Dienstleistungsangebot bereitstellen, sehen wir wieder mehr Investitionsbereitschaft mit dem Zweck, die Kosten zu reduzieren und die Prozesse zu verbessern», so Cesare Marasco, Chief Marketing Officer bei Brother Schweiz.
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Mehr Personal erwartet


Erfreulicher als auch schon präsentiert sich zudem die Lage beim Personalbestand. Gingen die IPF-Unternehmen Anfang Jahr noch von einem Rückgang der Beschäftigtenzahl um 3,5 Prozent aus, so rechnen sie für das zweite Quartal 2014 mit einem leichten Anstieg um 0,7 Prozent. Stagnieren wird im zweiten Quartal 2014 derweil die Zahl der Vakanzen für Fachkräfte. Trotzdem wird in diesem Segment die Suche nach qualifiziertem Personal als eine Herausforderung bezeichnet. Nicht bestätigen kann man diesen Trend bei Brother. «Wir spüren keinen Fachkräftemangel und können all unsere Vakanzen kompetent besetzen», bilanziert Marasco. Der Chief Marketing Officer gibt aber auch zu, dass es teilweise länger als erwartet dauere, um eine Stelle optimal zu besetzen. Momentan sind bei Brother Schweiz keine Stellen offen.
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Bruttomarge nimmt weiter ab


Während beim Umsatz neu von einem Plus von 2,9 Prozent ausgegangen wird und die Erwartungen innert Quartalsfrist von einem Rückgang um 4 Prozent wieder in den positiven Bereich zurückgekehrt sind, bleiben die Prognosen für die Bruttomarge und den Preis weiterhin negativ. So gehen die IPF-Unternehmen für das zweite Quartal 2014 von einer Abnahme der Bruttomarge um 1,3 Prozent aus. Im Vergleich zum Jahresbeginn entspricht dies aber doch einer leichten Verbesserung der Situation, wurde doch für das erste Quartal 2014 ein Rückgang der Bruttomarge um 3,5 Prozent vorausgesagt. Ähnlich gestaltet sich die Situation bei der Preisentwicklung: Zwar wird das Preisniveau auch im zweiten Quartal abnehmen. Der prognostizierte Rückgang um 3,3 Prozent ist aber weniger gross als noch im ersten Quartal 2014, als ein Preiszerfall um 5,2 Prozent erwartet wurde. Ebenfalls weiterhin im negativen Bereich liegen die Werte bei den Betriebskosten. Diese sollen laut Einschätzung der IPF-Unternehmen im zweiten Quartal 2014 um 1 Prozent abnehmen. Im Vorquartal ging man noch von einem Rückgang um 3,8 Prozent aus. Als grösste Herausforderung wird in dieser Branche denn auch der Kosten-, Margen- und Preisdruck bezeichnet, noch vor der Suche nach qualifiziertem Personal.
Von einer stabilen Entwicklung bezüglich Bruttomarge und Umsatz geht man derweil bei Brother aus. Marasco erklärt: «Wir erwarten generell gleichbleibende Umsätze. Zum einen wird der Preiszerfall verlangsamt, zum anderen erwarten wir eine positive Entwicklung bei servicebezogenen Produkten.» Und auch bei der Bruttomarge erwarte man einen stabilen Verlauf, aufgrund der Entwicklung des Produktemix.
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Positive Konjunktur-Entwicklung


Und schliesslich scheint sich auch die Lage bei der konjunkturellen Entwicklung und der Investitionstätigkeit zu verbessern. Waren die Einschätzungen mit einem Minus von 0,3 Prozent respektive 2,7 Prozent im ersten Quartal 2014 noch im negativen Bereich, so wird nun für beide Indikatoren eine positive Entwicklung vorausgesagt. So soll sich die Konjunktur um 0,2 Prozent verbessern, während die Investitionstätigkeit um 1,9 Prozent zunehmen wird. Marasco von Brother meint dazu: «Die Branche wird insgesamt im Vergleich zu den Vorperioden von einer Intensivierung der Investitionstätigkeiten ihrer Kunden profitieren können.»
Allerdings hält der Markt weiterhin Herausforderungen bereit. «Eine wesentliche Herausforderung und Chance sehen wir in der Entwicklung, dass das klassische Druckbusiness mehr und mehr integraler Bestandteil von Prozessen wie Dokumentenmanagement oder Mobilität wird», so Marasco. Derweil berichtet Arno Zindel, Channel Director Partner & Distribution bei Canon Schweiz: «In manchen Office-Segmenten beschäftigen uns weiterhin die sinkenden Druckvolumina. Diese Entwicklung schmerzt natürlich, es öffnen sich aber auch neue Geschäftsfelder: Einerseits wünschen sich Kunden vermehrt umfassende Dienstleistungen inklusive Bereitstellung und Betrieb einer massgeschneiderten IT-Infrastruktur sowie intelligente Geräte und effiziente Softwarelösungen. Andererseits besteht bei Druckauftraggebern zunehmen den Bedarf nach integrierter Kommunikation, zu welcher auch der Print einen wesentlichen Teil beiträgt.»
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Stimmung besser, auch bei Sorgenkindern


Über die verschiedenen Branchen gesehen sind sich die Unternehmen in einem Punkt besonders einig: Die Suche nach geeignetem Fachpersonal ist schwierig – wenn nicht gar die grösste Herausforderung, mit der sie aktuell konfrontiert sind. Weitere Entwicklungen, die den Firmen über alle Branchen gesehen Sorgen bereiten, sind der Kosten- und Margendruck sowie der Preiszerfall und die Akquise neuer Kunden und Projekte.
Am optimistischsten in die Zukunft blicken die IT-Dienstleister, gefolgt von den Software-Unternehmen. Sorgenkinder sind einmal mehr die Branchen Consumer Electronics sowie Imaging, Printing und Finishing, auch wenn die Sorgen weniger gross zu sein scheinen als auch schon. So hat die CE-Branche erstmals seit dem vierten Quartal 2012 für das zweite Quartal 2014 wieder eine positiven Indexwert geschafft – wenn auch nur haarscharf. Und die Stimmung in der IPF-Branche ist zwar weiterhin negativ, aber mit einem Indexwert von 99,2 Punkten nur noch äusserst knapp. Zudem konnte dieses Segment über alle Branchen gesehen innert Quartalsfrist mit Abstand am meisten zulegen. (abr)


Swico ICT Index

Der Swico ICT Index des Wirtschaftsverbandes Swico analysiert alle drei Monate die relevanten Faktoren der Konjunkturentwicklung in den Branchen Informations- und Kommunikationstechnologie (ICT) und Consumer Electronics (CE). Der Index gibt Auskunft über die Geschäftsentwicklung der ICT- und CE-Unternehmen hierzulande in den Schlüsselbereichen Auftragslage, Beschäftigung, Business Performance und Dynamik. Der Swico ICT Index widerspiegelt die Stimmung der ICT- und CE-Branche hierzulande im Zeitverlauf. Als Grundlage dienen die Indikatoren Umsatz, Auftragseingang und Rentabilität. Die Skala reicht von 0 bis 200, wobei alle Werte über 100 eine positive Stimmung und alle Werte unter 100 eine negative Stimmung bedeuten. Die Erhebung und Auswertung wird durch das Berner ICT-Beratungsunternehmen Dr. Sieber & Partners realisiert. Für den aktuellen Artikel wurden die Ergebnisse des Swico ICT Index mit Stimmen aus der Branche ergänzt, die «Swiss IT Reseller» eingeholt hat. (abr)

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