Der Entdecker: Markus Naegeli, CEO, Canon Schweiz

Der Entdecker: Markus Naegeli, CEO, Canon Schweiz

Artikel erschienen in Swiss IT Reseller 2019/01 – Seite 2
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Nach drei Jahren als B2B-Bereichsleiter bei Canon Schweiz, lag das Angebot auf dem Tisch, in London die Service-Leitung für EMEA zu übernehmen. "Ich habe dieses Angebot mit meiner Familie – wir hatten dazumal bereits drei Kinder – besprochen und es angenommen, als alle dafür waren", so Naegeli. Die folgenden zwei Jahre in England bezeichnet er als spannende Erfahrung, auch für die Kinder. "Sie profitieren heute noch davon, etwa durch ihre Englischkenntnisse. Und sie durften erleben, wie man als Fremde von unbekannten Menschen aufgenommen wird. Das war anspruchsvoll, aber eine wichtige Erfahrung. Zudem wächst man als Familie noch etwas anders zusammen. Man ist neu dort, muss sich neu orientieren, erfahren, was wie geregelt wird oder wo man was bekommt." Und auch beruflich sei es eine interessante Zeit gewesen. "Die Übernahme der Serviceleitung nach der verkaufsorientierten B2B-Bereichsleitung ist keine klassische Bewegung. Aber in meinem Leben gab es immer wieder unorthodoxe Bewegungen – etwa, dass ich Naturwissenschaften studiert habe und danach in die Beratung eingestiegen bin oder als ich von operativ zu strategisch oder lokal zu international wechselte." Nach zwei Jahren in London kam 2008 der Ruf aus der Heimat, weil Canon auf der Suche nach einem CEO für die Schweiz war. "Ich habe mich gefreut, wieder operativer tätig zu sein. Die strategische und konzeptionelle Arbeit gefällt mir gut, möchte ich aber nicht für unendlich lange Zeit machen. Ich packe die Sachen dann gerne auch selbst an und setze sie um."

Wieder zurück als CEO

Als CEO von Canon Schweiz verantwortete Naegeli als eines der ganz grossen Projekte die Integration des 2009 übernommenen Druckerherstellers und bisherigen Konkurrenten Océ. "Die Schweiz war das erste Land weltweit, das die Integration gemacht hat, mit höchstem Interesse von den beiden Mutterhäusern begleitet. Entsprechend hoch waren die Erwartungen, auch von mir und meinem Team selbst. Das war ein prägendes Projekt. Wir haben versucht, es so gut wie möglich zu machen, was uns bei vielen Sachen sicher gelungen ist, andere würde man rückblickend vielleicht etwas anders machen." Umso mehr freut es Naegeli, dass an einem Anlass wenige Wochen nach dem Zusammenschluss ein Kunde betonte, dass man nicht merke, wer von den Mitarbeitenden ursprünglich von Canon und wer von Océ stamme. "Das war ein sehr schöner Moment."

Nach acht Jahren an der Spitze von Canon Schweiz klopfte erneut London an die Türe und bot ihm den Job als Leiter des B2B-Office-Geschäfts EMEA und danach für zwei Jahre die Leitung des Software- und BPO-Servicegeschäfts an. "Auch hier habe ich mich in Absprache mit der Familie dafür entschieden." Allerdings blieb die Familie dieses Mal in der Schweiz – "es standen gerade wichtige Schulabschlüsse und Ausbildungsschritte an, weshalb ich mich entschieden habe, zu pendeln." Als die Projekte in London mehrheitlich abgeschlossen waren, wollte es der Zufall, dass die Stelle als CEO von Canon Schweiz wieder frei war, und so kam Naegeli am 1. Oktober 2018 wieder zurück in die Heimat. "Ich freue mich, dass ich nun wieder das unmittelbare Geschäft verantworten kann und mich mit Kunden und Partnern treffe." Wohin ihn sein weiterer Karriereweg führt, weiss Naegeli nicht, er verfolgt keine Karriereziele. "Ich bin sehr gerne CEO und ? auch wenn es etwas ‹kitschig› klingen mag ? ich wünsche mir einfach, dass es meinen Mitarbeitenden, meiner Familie und meinen Freunden gut geht."

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