Steg geht mit neuem Konzept in die Zukunft

Steg geht mit neuem Konzept in die Zukunft

Artikel erschienen in Swiss IT Reseller 2018/12 – Seite 2
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Vom Discounter zum Retailer zum Fachhändler

Um die neue Positionierung von Steg zu verstehen, muss man ein wenig in die Vergangenheit blicken – denn Steg hatte schon einige Positionierungen. In den Anfängen – zu Zeiten von PC-Hai und Computer 2000 – war Steg ein Discounter, importierte palettenweise Ware und verkaufte mit einer Papierpreisliste direkt ab Lager zu Tiefstpreisen. Als das Internet aufkam, musste Steg sich wandeln und stellte sich ab 2004 als Retailer auf. "Im Wesentlichen war Steg ein kleiner Media Markt. In unseren Läden fanden die Kunden regalweise Waren – 30 Drucker, 40 Notebooks, 20 Mainboards. Das war viel, doch Media Markt kann 50 Drucker, 100 Notebooks und 30 Mainboards zeigen", weiss Weber. Eine schwierige Ausgangslage, um die Nummer eins zu werden. Kommt hinzu, dass Weber die Zukunft als grosser Elektronik-Retailer eher düster sieht. "Der Elektronik-­Retail war während Jahren primär aus zwei Gründen sehr erfolgreich. Zum ersten dank der riesigen Auswahl, und zum zweiten liess man die Kunden mit geballter Werbepower glauben, die tiefsten Preise bieten zu können. Doch Tatsache ist, dass die Auswahl im Internet nochmals deutlich grösser als beim grössten Retailer ist, und dass Kunden heute die vermeintlichen Tiefstpreisversprechen sofort überprüfen können. Das sind riesige Herausforderungen für den ­Retail."

Lösungsinseln statt Kartonkisten

Bei Steg sieht die Zukunft derweil so aus: In einer Filiale nach dem neuen Konzept findet man keine Regale und keine Produktschachteln mehr. Stattdessen präsentiert Steg auf Tischen ein Dutzend Lösungsinseln, aufgeteilt in die vier Themenbereiche Gaming und Assembling, Mobile Computing, Internet und Smart Living sowie Home und Office. Aus diesen vier Welten wird eine kleine, lösungsorientierte Auswahl aus dem aus 250’000 Artikeln bestehenden Sortiment gezeigt. "Dabei überlegen wir uns, welche Themen unsere Kunden aktuell beschäftigen, und adressieren diese Themen an den Lösungsinseln. Das wechselt immer wieder, ist mit unseren Werbeaktionen verknüpft, und wir streben an, immer ausprobierbare, lauffähige Installationen zu den jeweiligen Themen zu zeigen."

Wichtig ist Weber dabei zu erwähnen, dass die Zahl der Produkte pro ­Filiale gleich gross ist wie vorher. "Nur weil wir nicht mehr Regale voller Produkte zeigen, heisst es nicht, dass wir die Produkte nicht mehr vor Ort haben." Das den Kunden zu erklären, ist eine der Herausforderungen.

Nebst den Lösungsinseln gibt es in den "neuen" Steg-Filialen Beratungsstationen, an denen sich die Kunden mit den Steg-Mitarbeitern unterhalten können. Und ein dritter wichtiger Teil des Konzepts ist der Technikbereich – also der Bereich, in dem Reparaturen getätigt werden. "Das gab es bei Steg schon immer, doch früher waren die Werkstätten versteckt, heute holen wir sie nach vorne – je nach Filiale sogar in die Mitte der Beratungsfläche", erklärt Lorenz Weber. Dafür gibt es gute Gründe: Reparaturen seien ein wichtiger Teil des Geschäfts, jeder zweite Kunde, der in den Laden komme, trage ein defektes Gerät unter dem Arm. Zudem bestehe das Personal in den Läden grundsätzlich aus Technikern, die sich mit den Geräten beschäftigen, wenn sie keine Kunden bedienen. "Die Kunden sollen sehen, dass bei uns Techniker arbeiten, dass bei uns geschraubt wird."

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