Verfahren wegen Datendiebstahl bei Swisscom sistiert

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20. Dezember 2013 - Auf den im Herbst gestohlenen Datenträgern von Swisscom befanden sich zahlreiche Informationen über Schweizer Prominente. Das Verfahren gegen Unbekannt wurde mittlerweile aber sistiert.
Verfahren wegen Datendiebstahl bei Swisscom sistiert
(Quelle: Swisscom)
Mitte September wurde bekannt, dass bei Swisscom vier Datenträger gestohlen wurden (Swiss IT Reseller berichtete). Wie die "NZZ" nun meldet, enthalten die Datenträger rund 60 Millionen Datensätze. Darunter sollen sich auch die Geheimnummern von 979 Prominenten – inklusive Wohn- und E-Mail-Adresse – sowie Tabellen mit Kunden, die den Anbieter gewechselt haben, befinden. Zu den betroffenen Promis gehören etwa Roger Federer, Doris Leuthard, Ikea-Gründer Ingvar Kamprad, Udo Jürgens und Sebastian Vettel. Weiter zeigt sich aus den gestohlenen Daten, dass Swisscom 19'714 Abonnenten als Platin- und 126'034 als Gold-Kunden führt.

Des weiteren teilt die "NZZ" mit, dass die Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland das Verfahren gegen Unbekannt im Zusammenhang mit den gestohlenen Datenträgern sistiert hat. "Zurzeit sind keine weiteren verhältnismässigen Massnahmen ersichtlich, die zur Ermittlung der unbekannten Täterschaft führen könnten", erklärt Christof Scheurer, Informationsbeauftragter der Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern. Man habe aber eine Sistierung und keine Einstellung verfügt, weil der Tatverdacht und die Straftatbestände des Diebstahls und der unrechtmässigen Aneignung weiter im Raum stünden.

Bei Swisscom geht man indes aufgrund der vorliegenden Erkenntnisse davon aus, dass keine weiteren Kassetten im Umlauf seien. Zudem habe man Schritte eingeleitet, um solche Vorfälle künftig zu verhindern. Nach wie vor rätselhaft bleibe aber, wie die Bänder verschwinden konnten. Der genau Tathergang lasse sich nicht nachvollziehen.

Gerüchte, wonach Swisscom in den beiden Rechenzentren, wo die Datensätze gestohlen wurden, auch im Auftrag des Nachrichtendiensts des Bundes (NDB) Server betreut hat und wonach Bänder von beiden Parteien in einer gemeinsamen Aktion geschreddert wurden, dementiert Swisscom-Sprecher Olaf Schulze allerdings. Klar ist aber, dass sowohl externe Spezialisten als auch Swisscom-Mitarbeiter an der Vernichtung beteiligt waren. "Wir kennen alle Personen namentlich, die Zutritt zu den Rechenzentren hatten", so Schulze. Es habe sich kein konkreter Verdacht hinsichtlich eines Täters ergeben.
 


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