Erstunken und erlogen
Artikel erschienen in IT Reseller 2006/14
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28. August 2006 -
Vom Traum zum Alptraum: Mitarbeiter, die beim Vorstellungsgespräch einen vielversprechenden und
tadellosen Eindruck gemacht haben, stellen sich manchmal als völlige «Nieten» heraus. Grund für den Irrtum sind nicht selten gefälschte oder manipulierte Zeugnisse und Lebensläufe. Hier bekommen Sie Tips vom Experten, damit sich Ihr vermeintlicher Starverkäufer nicht plötzlich als faules Ei entpuppt.
Dunkler Nadelstreifenanzug aus feinstem Zwirn, dazu passend eine crèmefarbene Seidenkrawatte sowie ein nobles weisses Markenhemd! So sass der Kandidat an jenem Sommertag im August bei mir im Sitzungszimmer.
Mit seinem Witz und seiner Schlagfertigkeit entsprach er dabei perfekt dem Bild des idealen Senior Sales.
Und als ich dann noch seine hervorragenden Arbeitszeugnisse durchlas, da träumte ich selber insgeheim schon vom verlängerten Wochenende in der Toskana mit meiner Frau, das ich mir nach erfolgreicher Plazierung dieses Kandidaten gönnen würde.
Key-Account-Hilfsarbeiter
Doch das böse Erwachen kam zwei Wochen später! Nach nochmaliger und eingehender Betrachtung der Bewerbungsunterlagen sowie auf Grund verschiedener Ungereimtheiten hellhörig geworden, holte ich bei einem seiner früheren Arbeitgeber eine Referenz ein. Dabei stellte sich heraus, dass der Kandidat bei der besagten Firma zwar gearbeitet hatte, allerdings nicht als erfolgreicher Key Account Manager, so wie dies im Zeugnis geschrieben stand, sondern lediglich als einfache Hilfskraft in der Verpackungsabteilung des Unternehmens. Unnötig zu sagen, dass natürlich auch alle anderen Zeugnisse des Kandidaten von A bis Z gefälscht waren.
Getäuscht und geblendet vom Auftritt des Kandidaten hätte ich mich um ein Haar in die Irre führen lassen; konnte und wollte ich doch nicht das sehen, was war, sondern an das glauben, was ich meinte zu sehen.
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